Archiv der Kategorie 'Produkt-Review'

Das Blog, das das neue DAS Blog ist.

Ja, richtig gelesen!
Es gibt ein neues DAS Blog – in Zukunft findet ihr dort den alltäglichen Wahnsinn aus der Pro-Audio-Welt und deren Umfeld. Neuer Server, neues System, neues Design, Facebook-Anbindung und und und…es wird heiß!

Als Eröffnungs-Special haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht: Das SpektaKEL – den ultimativen Mikrofon Group Buy.
Das SpektaKEL

Durch den Umzug über ca. 500 Versionen war unsere Datenbank leider nicht so recht kompatibel, deshalb haben wir nur mal die letzten wichtigen Einträge mit in das neue Blog genommen – aber, keine Angst, dieses Blog hier bleibt bestehen! Wer also gerne in älteren Posts stöbern möchte, kann das hier nach wie vor tun.

Wir sehen uns drüben!

Kundenreview: Latch Lake Stative

Es ist immer wieder schön, wenn zufriedene Kunden uns ihre Eindrücke der gekauften Gerätschaften hinterlassen. In diesem Fall der stolze Besitzer der ersten Latch Lake Stative in Deutschland.

For a long time I was looking for serious microphone stands to match with the vintage mic collection I use for my production in LowSwing studio, be it a project like the million seller pop band „Keane“ or Echo awarded winner jazz artist like Michael Wollny ,one need a mic stand where you can place a heavy (and really expensive!) mic and it will STAY there safe for the rest of the session even if it is a week long… more then this, every cm is crucial when it comes to mic placement and the stand should support and give this flexibility .
sounds easy but I was looking for this mic-stand for 15 years… and I haven‘t find one till I was introduced to Latch lake mic stands.
Latch Lake can do all these and much more , these are by far the most stable stands I used they can get very high and still old a heavy mic (think of M49, U47, Coles or old RCA) in its place ,the mechanical system is so clever it just let you place your mic anywhere you want without compromises and the mic will guarantee to stay there, all the placement done without needing to turn any parts and with no need to use physical power .
moving a mic array like decca tree etc was impossible before, with latch lake I can roll the stands with the mics on it without even calling the assistant.
the Xtra boom let me placing many mics on ONE latch lake stand allow me to do some crazy miking without using extra floor space, especially with drums it is priceless.
I think for all these advances and the extreme high build quality these stands are also very reasonable priced and for anyone that own expensive mics and want to take care of them, anyone that care about precise miking Latch lake is a must.

Guy Sternberg
LowSwing Studio

Folgend noch ein paar Bilder der Stative von Chanan Strauss aus den LowSwing Studios. Danke!

latchlake04
latchlake05
latchlake01
latchlake02

Review: SPL Passeq (Analog Code)

Am Freitag die Hiobsbotschaft im SPL Newsletter: „SPL Passeq Analog Code® Plug-In available now!“
Und alle so „YEAH!“

Innerhalb weniger Sekunden also das komplette Büro den iLok gezückt, rein in den Rechner – Lizenz besorgen. Und keine halbe Stunde später fühle ich zum ersten mal das „Passeq-Grinsen“ in den Mundwinkeln, als ich das wie immer detailgetreue Interface auf dem Bildschirm aufploppen sehe. Erster Gedanke, welcher auch gleich lautstark durch’s Büro gerufen wird: „Feeeeett! Endlich mal ein Interface bei dem man keine Brille braucht!“ Sprich: Der Passeq steht seinem 4HE starken analogen Bruder in Sachen Mächtigkeit in nichts nach – frei nach dem Motto: Großer Sound braucht großen Platz – Jawoll!

01 Das Interface:
Für diejenigen, denen der erste Kontakt mit dem Passeq bisher verwährt blieb, hier eine kurze Übersicht zum „Love it or hate it“-Interface des Passeq.
Um uns auf dessen Workflow ein zu lassen, müssen wir uns zuerst vom gewohnten „Look“ eines EQs verabschieden, denn was sonst als Frequenzbänder in X Zeilen oder Spalten angeordnet ist, bringt der Passeq pro Kanal (L/R) in Sternform auf die Frontplatte. Um den schön großen Output-Regler in der Mitte, welcher einen Regelbereich von 0 bis -66dB zulässt, ordnen sich jeweils 6 Bänder, wobei die „linken“ 3 nur als Cut und die „rechten“ 3 nur als Boost verwendet werden:

    Links:

  • LF (Low Freq): Frequenz Regelbar in 12 Stufen (10, 15, 18, 26, 40, 54, 80, 120, 180, 240, 380 und 550 Hz) + Boost-Regler (60 Stufen von 0 bis 17dB).
  • LMF-MHF (Low-Mid und Mid-High): Frequenz Regelbar in 12 Stufen (220, 320, 460, 720, 1k3, 1k8, 2k3, 2k8, 3k3, 4k, 4k5 und 4k8 Hz) + Boost-Regler (60 Stufen von 0 bis 10dB).
  • MHF-HF (Mid-Hi / High Freq): Frequenz Regelbar in 12 Stufen (580, 780, 1k2, 1k8, 2k5, 3k9, 5k2, 7k8, 11k, 14k, 16k, 19k5 Hz) + Cut-Regler (60 Stufen von 0 bis -14,5dB).
  • Rechts:

  • LF -LMF (Low / Low-Mid-Freq): Frequenz Regelbar in 12 Stufen (30, 42, 60, 95, 140, 180, 270, 400, 600, 900, 1k2, 1k6 Hz) + Cut-Regler (60 Stufen von 0 bis -22dB).
  • MF-MHF (Mid und Mid-High): Frequenz Regelbar in 12 Stufen (1k, 1k2, 1k6, 1k9, 2k4, 2k9, 3k5, 4k3, 5k, 6k, 7k5, 8k6 Hz) + Cut-Regler (60 Stufen von 0 bis -11,5dB).
  • HF (High Freq): Frequenz Regelbar in 12 Stufen (5k, 6k, 7k, 8k6, 10k, 12k, 13k, 15k, 16k, 17k, 18k und 20k Hz) + Boost-Regler (60 Stufen von 0 bis -14,5dB). Außerdem ein zusätzlicher Poti für den Q-Wert des HF Boost (0,1 – 1,0)

Die ausgesuchten Frequenzen mögen auf den ersten Blick etwas wahllos erscheinen, sind jedoch auf langjährige Tests renommierter Produzenten und Engineers zurück zu führen und repräsentieren die bekanntesten „Problemstellen“ und Kreativ-Eingriffspunkte in das Frequenzspektrum.

In der Mitte des Interfaces befinden sich unter dem SPL Logo und einer blauen On/Off LED noch zwei kleine Schalter, von welchen der erste zwischen L/R- und M/S-Modus umschaltet. wobei die Einheit „1″ für das Mono- und folglich die Einheit „2″ auf der rechten Seite für das Stereo-Signal eingesetzt wird. Der rechts daneben angebrachte „Link“ Button verbindet die Einstellungen beider Kanäle, wobei es nicht möglich ist, die aktuelle Differenz zweier Potis als Ausgangsstellung für den Link zu nehmen – die dB- oder Freqeunz-Werte werden bei Bewegen eines Potis am jeweiligen Pendant angeglichen.

Die zwei orange leuchtenden LEDs im unteren Drittel der Mitte fungieren als Bypass-Schalter für den jeweiligen Kanal 1 und 2 – Achtung: Wer zum Beispiel M oder S Signal solo hören möchte, muss den Gain zurück regeln – hierbei helfen diese zwei Leuchten nicht.

Außerdem finden wir noch mittig unter den Potis von Kanal 1 vier kleine Knöpfe A B C und D, welche als Speicherplätze für Einstellungen dienen – dieses nützliche Feature kennen wir schon von anderen Mitgliedern der Analog Code Serie.

02. Die Bedienung:
Einmal an das Bedienkonzept des Passeq gewöhnt, will meiner einer nichts anderes mehr. Die Cut- und Boost-Bänder greifen super ineinander – der unerfahrene User entgeht der altbekannten Gefahr, zuerst ein Band zu cutten, um es später wieder zu boosten.
Außerdem liefert SPL serienmäßig eine „Passeq Single“ Version mit, welche nur eine Seite des EQs zeigt dabei aber keinesfalls als Mono-Einheit zu verstehen ist. Man stelle sich den „Link“-Modus vor, ohne die verlinkte Hälfte, welche man in diesem Fall zur Bedienung sowieso nicht braucht – gut nachgedacht, SPL!
Wie schon angesprochen, sind alle Regler in ausreichender Größe platziert – das Leiden vieler anderer Plug-Ins.

03. Der Sound:
Jetzt sind wir wieder am Punkt der Punkte angelangt – wie klingt denn diese monströse virtuelle Kiste nun?
Ganz ehrlich: Der Passeq hat das Zeug zu meinem neuen Lieblings-Summen-EQ vor dem analogen Mastering. Durch die intelligent ausgelegten Bänder findet sich schnell die ein oder andere Möglichkeit zur Klangfärbung und selbst bei hohen Boost-Werten, vor allem in den hohen Mitten und Höhen, bleibt der Passeq äußerst „musikalisch“.
Auch das gerne hergenommene „anfetten“ der unteren Mitten und Bässe meistert der Passeq mit Bravour.

Ergo: Von kleinen unauffälligen Eingriffen bis hin zur ausschweifenden kreativen Klangformung kennt der Passeq keine Schwächen – wenn es sowas wie seidige digitale Höhen gibt, dann in dieser Kiste! Die Demo funktioniert auch ohne iLok, eine volle Lizenz kostet extrem angenehme 149,00 Euro. YAY!

Zum Schluß gibt es noch zwei kleine subjektive Klangbeispiele (24bit / 44.1kHz WAV), einmal ohne und einmal mit Passeq auf der Summe – Einstellungen siehe Screenshot: SPL Passeq
WAV: Passeq Bypass
WAV: Passeq On

Made my weekend!
DasMadi

Review: Echo Audiofire 4 im Dauertest

Audiofire 4

Seit zweieinhalb Jahren hat mich Echos Audiointerface Audiofire 4 quer durch die Republik begleitet und mir treue Dienste bei Produktionen und Liveauftritten geleistet. Es zählt für mich nach dieser Zeit zu den besten und problemlosesten Interfaces in der Klasse unter 300EUR. Hier ist wieso:

1. Tourtauglichkeit

Eigentlich zu hübsch um stabil zu sein, hat mich gerade die Tourtauglichkeit überrascht: ich habe das Audiofire meist ohne Case in den Rucksack geschmissen, in Bierpfützen fallen lassen, Kerzen draufgestellt (Romantik pur) und generell sehr schlecht behandelt. Das Gerät nahm alles hin und war dank seines äußerst geringen Gewichts ein unauffälliger Begleiter. Die dicken symmetrischen Klinkenausgänge sind zwar nicht Neutrik, doch bleiben auch nach zweieinhalb Jahren stabil. 100 Roadie Punkte!

2. Klangqualität

Die Qualität der AD/DA Wandlung ist sehr gut und on par mit dem Allroundchampion, dem RME Fireface 400. Der Klang bleibt im Studio und auch an großen PAs druckvoll und ausgewogen. An der reinen Wandlung gibt es also nichts zu meckern. Die Preamps klingen bei leichter Verstärkung und an Kondensatormikrofonen noch unauffällig bis ok, doch gain-hungrigere Mikrofone wie das Sennheiser 441 oder ein SM 57 bleiben vergleichsweise matt und langweilig. Hier ist ein externer Preamp Pflicht, was das Straßengewicht natürlich erhöht. 100 Vovoxkabel für die Wandlung, ein Packen Drähte für die Preamps!

3. Treiber

Sehr stabil, keine Soundkarten-verbundenen Crashs sowohl auf PC als auch Mac, doch man sollte keine Latenzwunder erwarten. Hier kann ein Fireface wesentlich mehr. 50 Bufferpunkte!

4. Zusammenfassung

Ein tolles Interface für Recording und Wiedergabe mit stabiler Funktion auch im Livebetrieb, dass ich in jedes Roadsetup dank solider Anschlüsse und robuster Bauweise gut einpasst. Wem die Anschlüsse reichen, dem sei es hiermit herzlich empfohlen!
zum Shop

DasDAS

Brainworx bx_XL, oder: Das neue LAUT

Zugegeben: Als ich den ersten Teaser-Text in der Anzeige für Brainworx neuen M/S Limiter bx_XL gelesen habe, musste ich erst einmal schmunzeln.

bx_XL is a low latency M/S mastering limiter. Its main purpose is to help you get your mixes loud and clear. “As loud” as any major label production and less “squashed” (aka distorted) than many of them.

Da der Sieger des „Loudness War“ scheinbar immernoch nicht fest steht und die Truppenzentrale kürzlich bemerkt hat, dass man über die Mid/Side-Flanke auch noch zu wenige Angriffe gestartet hat, steht Brainworx damit nicht allein auf dem Schlachtfeld – Mid/Side-Bearbeitung scheint (wieder) in Mode zu kommen – und das nicht nur auf Software-Basis.

Nun, heute ist mal wieder Software dran, weil ich gemütlich auf einen Tee (Earl Grey) vor Cubase sitze und mein E-Mail Client mich anschreit, dass nun doch schon seit einer Minute eine E-Mail von Brainworx ungeöffnet im Postfach liegt – Oje, schnell – ich könnte ja was verpassen. Es folgte das oben beschriebene Schmunzeln und gleich darauf der Download der freien Public Beta des bx_XL. Das PlugIn ist nach der Installation auch OHNE iLOK 14 Tage voll nutzbar. Sehr schön!

Der erste, subjektive Eindruck meinerseits: Hellyeah!
Da ich mehr aus der elektronischen Ecke komme, zähle ich mich zu den Menschen, die getrost mal ein hämisches Grinsen aufsetzen dürfen, wenn sich in der Nähe diese kleinen Loudness War Diskussionsgrüppchen bilden. Nicht, dass ich die Problematik nicht verstehen würde, aber ich behalte mir vor, harte Kompression und rechteckige Wellenformen auch mal als Stilmittel einzusetzen, wenn’s passt. Nun gut, nicht abschweifen, Jochen – weiter geht’s.

Das Interface:

Brainworx bx_XL

Der bx_XL kommt, wie alle Brainworx PlugIns im dunkelgrauen Metall-Look daher, auch Potis, Buttons und Meter kennt der Brainworx-Nutzer schon – zu Hause!
Ich gehe mal von oben nach unten durch: Wir finden oben eine Leiste mit mehrere Buttons für Grundfunktionen – sehr nützlich sind hierbei ein „Undo“– und „Redo“-Button, welche übrigens 32 Steps im Speicher behalten, und die Labels „A“ bis „D“ für das Speichern von vier verschiedenen Settings zum Vergleich.
Gleich darunter neben dem Firmenlogo findet sich eine Metering-Sektion. Vier „beleuchtete“ Anzeigen im Analog-Look kümmern sich (1) um die Balance zwischen tiefem und hohem Mittensignal (Mid Lo/Mid Hi), (2) um die Balance zwischen Mitten- und Seitensignal allgemein, (3) um die Phasenkorrelation und (4) die Balance Links/Rechts – Ergo: Alles da!

Im Weiteren ist der bx_XL vertikal in fünf Spalten geteilt, die sich wie folgt zusammen setzen:

01 Mid Lo & 02 Mid Hi
Der bx_XL trennt das eingehende Signal nicht nur in die Mitten- und Seitenanteile, sondern trennt auch noch automatisch das Mittensignal in „Mid Lo“ und „Mid Hi“, also tiefe und höhere Frequenzanteile. Jedes „Band“ kann somit individuell limitiert werden. Hierzu stehen jeweils neben drei Potis für Attack (0,1ms – 1,5ms), Release (0,1ms – 999ms) und XL-Modus (Zumischen von k3 und k5 / Sättigung) die Buttons „Active“ (Bypass), „Solo“, „Fader Link“ (Verbindet die Fader für Threshold und Gain Boost entgegengesetzt) und „Sidechain“ (Aktiviert den Sidechain für den jeweiligen Kanal).
Unter den beiden Mid-Kanalzügen findet sich noch ein Regler für die Crossover-Frequenz der beiden Mitten-Anteile und der von Brainworx in mehreren PlugIns verbaute, sehr praktische „Mono-Maker“, welcher unter der eingestellten Grenzfrequenz alle Signale in Mono wandelt.
Der LED-Meter zeigt für jedes Band jeweils In- und Output und läasst dazwischen noch ein wenig Platz für die Anzeige des Triggersignals bei aktiviertem Sidechain. Praktisch!

03 Side
Der „Kanalzug“ für das Seitensignal gleicht denen der Mittensignale. Darzunter befindet sich noch eine kleine Kiste für die Sidechain-Funktion, welche sehr durchdacht aufgebaut ist. Zunächst haben wir einen Fader, welcher an zwei Auswahlfelder gekoppelt ist – in der Abbildung mische ich mir also ein Sidechain-Signal aus „Mid“ und „Side“, wobei das Mischungsverhältnis bei 66% Seite und 33% Mitte liegt. Das Schöne: Ich kann für jedes der beiden Signale folgende Parameter definieren: Mid Lo, Mid Hi, Mid, Side, Ext. – Unbegrenzte Sidechain-Freude vom leichten Absenken der Gitarre durch die Snare bis zum pumpenden Synthbass ist alles drin.

04 Master
Vor der Master-Sektion werden die bearbeiteten Einzelsignale intern wieder zu einem L/R Signal zusammen gemischt. Als Einstellungen bleiben ein globaler „XL-Regler“ inkl. Bypass, welcher als Remote für alle drei vorigen Sättigungsregler der Einzelsignale gilt, ebenso ein globaler Gain-Boost und ein globaler Threshold. Außerdem Solo-Buttons für L, R, M, S und Sidechain-Signal und einen Auto-Solo, welcher auf Mausklick den gerade in Bearbeitung befindlichen Kanal Solo schaltet, bis die Maustaste losgelassen wird – Für mich extrem praktisch.
Das Meter zeigt übrigens für Links und Rechts Peak, RMS und Dynamic Range nach Limiter gleichzeitig an.

05 I/O & Summing Amp
Die letzte Spalte gehört zum einen den wenigen nötigen Input-Settings inklusive Gain für jeweils L und R plus Link-Funktion und Panning für Mid- und Side-Signal und zum anderen dem „Summing Amp“, welcher für die Rückwandlung der M/S-Signale in ein L/R-Signal zuständig ist. Dieser kommt auch mit nur zwei Reglern, für Mid-Gain und Side (Width) aus. Wer es also gerne breit hat, kann hier nochmal auf die Kacke hauen.
Zu guter letzt hätten wir noch den Master Out-Regler, welcher das Signal aus der Master-Sektion nochmals um +-6db zu regeln vermag – manchmal wurd ja gerne auf 0db limitiert und danach auf -0,2db reduziert, um nochmals 100%ig sicher zu gehen, dass nichts clippt und knackt.

So, damit haben wir das Interface abgehakt, meine subjektiven Eindrücke vom Sound sind immernoch sehr sehr gut, gewohnt gute, Langenfelder Programmierarbeit. Ich gehöre somit zu den Leuten, die lange auf genau dieses Tool gewartet haben und warte nunmehr in den kommenden 11 Tagen auf eine E-Mail mit dem Preis für dieses Schätzchen – VÖ ist am 20.10.2010.

Update: Einführungspreis 199,00 Euro / Brainworx-Kunden 149,00 Euro. Fein!
Mark your calendars!
Das Madi

Review: Aalto – Buchla inspirierter Softsynth für den Mac

Aalto

Madrona Labs debütieren mit Aalto auf dem überbordenden Software-Synth Markt. Der modulare Synthesizer bietet einige neue Features, die ihn interessant machen für auch den vollsten VST-Ordner. Ähnlich wie Ableton Live ist das Interface modern und schlicht gehalten, nur das es dank Buchla-Styling dazu auch noch hübsch aussieht. Die Funktionialität ist hervorragend: normalerweise steppe ich bei Softsynths nur Presets durch und schalte die nervigen Chorus und Delayeffekte aus, doch hier ziehe ich Strippen, baue Patches von Grund her auf und lerne das Instrument kennen. Es lädt zum Spielen ein, ähnlich Reaktor nur weitaus simpler.

Klanglich gefällt mir Aalto sehr gut – es lassen sich schnell wirklich neue Klänge abseits des Dark Pad und Moog Lead erzeugen und auf sinnlose Aufhübscher (Chorus, Delay, Amp Sim) wurde verzichtet (vom angenehmen Reverb abgesehen). Hier stand das große Vorbild, der Buchla Modularsythesizer Pate, von dem z.B. das Oszillator Design abstammt. Der sehr direkte Ton des Synths macht sich gut im Mix.

Der tolle Klang hat allerdings seinen Preis – schon bei 2 Stimmen geht mein weißes Intel MacBook in die Knie. Mit kommenden Updates soll daran gearbeitet werden, ebenso wie neue Features hinzukommen (z.B. Sequenzer Sync mit Host und Stimmungen). Ein echter Installer wäre auch notwendig, denn bisher muss man das Plugin von Hand in den AU Order schmeissen. Dabei funktionierte zumindest bei mir die Preset Folder Generierung unter Live nicht auf Anhieb. Abstürze waren jedoch nicht zu Verzeichnen.

Für 99$ ist Aalto dank tollem Sounds und funktionaler Oberfläche eine Kaufempfehlung für echte Synthesizer-Heads!

Madrona Labs

DasDAS

Review: Native Höhen/Boost EQs

Siemens Sitral

Als ich das erste Mal einen Siemens Sitral EQ auf einer Akustikgitarren-Subgruppe gehört habe, war mir klar, was mit dem Techniker-Schnack von „da geht die Sonne auf“ gemeint ist: durch einen ordentlichen Höhenboost bekommt das Signal eine ganz andere Präsenz und Schimmer, ohne scharf oder schneidend zu wirken. In der Welt der DAWs hab ich schon seit langem verschiedene EQs ausprobiert, um diesen Effekt, der mit guter Hardware (z.B. Brent Averill oder Neve) leicht zu realisieren ist, nachzubauen. In Ermangelung einer UAD-Karte habe ich mich auf native Plugins (AU und VST) beschränkt und hatte immer mal wieder einen Favoriten, doch nichts, was mich wirklich begeistert hat. Deswegen nahm ich mir jetzt die Zeit, einen großen Vergleichstest zu machen, um endlich den für meine Ohren besten nativen Boost-EQ zu finden.

Der Test

Im Test waren das Abbey Road Brilliance Pack, Softube Passive EQ, URS Channel Strip Pro, PSP MasterQ, Stillwell 1973 und der Tritone Digital ClassicTone PEV. Als Testmaterial dienten mir Aufnahmen (Klavier, Drums, Male Vocals) aus einer aktuellen Produktion, die ich hier leider aus rechtlichen Gründen nicht publizieren kann. Das Analyseinstrument meiner Wahl waren meine Ohren und das Levelmeter, damit ich nicht vom „lauter ist besser“ Effekt beeinflußt wurde. Also, alles rein subjektiv, keine Analyzer, kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
Bei allen EQs habe ich zuerst getest, was ein Boost von 8dB bei 10KHz (oder vergleichbare Werte, einige Plugins bieten diese Option nicht an) mit dem Signal macht, bevor ich mich an das Mittenband bei 4-5KHz mit 8dB heranwagte. Wie gesagt, es geht hier nur um „Sweetening“, die Veredlung eines Signals und die Präsenzanhebung. Der MasterQ und der Channelstrip Pro sind noch weitaus umfangreicherer Werkzeuge mit einem breiteren Anwendungsfeld, das hier unter den Tisch fällt.

Wie klingt’s?

Stillwell 1973

Stillwell 1973: modern und direkt, aber auch etwas körnig trotz Oversampling. S-Laute treten scharf hervor.

URS Channel Strip

URS Channel Strip Pro: am besten gefiel mir die Einstellung mit „1951″ als Höhen-EQ bei Höhencut @18KHz- recht sanfter, tief ansetzender Boost. Angenehm besonders in Verbindung mit den verschiedenen Sättigungsmodi. Wer sich reintüftelt und experimentiert, wird viel Spass mit ihm haben.

PSP Master Q

PSP MasterQ: scharf im Klang, was am internen Clipping liegen mag. Die Konkurrenz nutzt wohl einen Softsat-Limiter, um Übersteuerungen innerhalb des Plugins zu vermeiden. Besser ist er, um chirurgisch einzugreifen und abzusenken.

Abbey Road Brilliance Pack

Abbey Road Brilliance Pack: hier hört man, das Vintage Equipment emuliert wird – das Signal bekommt eine deutliche Färbung und wird auf manchmal mehr, manchmal weniger passende Art und Weise „vintagefiziert“. Gerade auf Signalen, die weiter hinten in den Mix rutschen sollen und trotzdem Präsenz bewahren müssen, funktioniert diese klangliche Verschlechterbesserung hervorragend.

Softtube

Softube Passive EQ: Guter Klang, ähnlich dem Stillwell ohne dessen Körnigkeit. HiFi-mässig, wie schon das Äußere suggeriert.

Classic Tone PEV

Tritone Digital ClassicTone PEV: zum ersten Mal bekam ich das Gefühl, dass ich Eingangs mit dem Siemens EQ beschrieben habe: der Boost hebt das Signal angenehm an, verbessert die Lesbarkeit und lässt es fast 3D erscheinen. Im Vergleich klingen alle anderen EQs mehr oder minder ähnlich, auch als ich meine Assistentin (OK, meine Freundin) bat, die EQs für mich zu wechseln: ich konnte in diesem Blindtest die anderen EQs nicht eindeutig unterscheiden, doch jedes mal, wenn der PEV anging, erkannte ich ihn. Beim weiteren Experimentieren und Vergleichen kam ich auch zu dem Schluß, dass der PEV auch besser Höhen beschneidet als die anderen EQs, was ihn im Mix noch viel wertvoller macht.

Ergebnis:

Meine Wahl fällt auf den Neumann EQ-Klon Tritone Digital ClassicTone PEV – 85$ sind mehr als angemessen für soviel Klang! Der PEV kann es mit Hardware aufnehmen, auch wenn ich den Boost eines 1084 bei der Aufnahme immer bevorzugen würde. Ich freue mich, wenn die Jungs ihre ganze Produktpalette von der verstorbenen Pluggo-Umgebung auf AU/VST umgesetzt haben. Leider ist er momentan nur für den MAC erhältlich und das wird wohl auch so bleiben.

It needs to soar,
DasDAS

Test : API 527

527 klein

So – Winterschlaf unsanft beendet, jedenfalls meiner. Die erste Fuhre API 527 ist eingetroffen, da kann man natürlich nicht warten. Es hat sich gelohnt. Das Teil ist wie ein Blick in die Specs vermuten läßt tatsächlich ein kleiner Ableger des API 2500. Natürlich nur mono, zwei Module lassen sich allerdings linken. Im Gegensatz zu seinem Bruder 525 ist der 527 ein wesentlich lauterer, offenere und flexiblerer Kompressor. Von Ultra-brutal bis locker ist alles einstellbar. Er klingt immer sehr transparent und ist API-typisch die erste Wahl um perkussive Signal durch jeden Mix durchzubekommen. Also bestens geeignet für Bassdrum, Snare & Co. aber auch für Vocals und Bass sicherlich nicht zu verachten. Ich wage zu behaupten das es sich um den flexibelsten Kompressor im 500er Format handelt. Mit an Bord ist APIs berühmte THRUST-Schaltung die es ermöglicht das interne Sidechain-Signal mit einem HighPass Filter zu versehen um den Kompressor nicht frühzeitig zum pumpen zu bringen wenn basslastige Signale bearbeitet werden. Im Gegensatz zum 2500 kennt der 527 allerdings nur on & off beim THRUST. So ist also nur ein Filtertyp vorhanden, ich schätze es handelt sich um den mit 4dB/Okt. Die Specs verraten es leider nicht. Außerdem läßt sich der Kompressor im Gegensatz zum 525 zwischen Feedforward und Feedbackward umschalten. Ersterer Modus greift das Sidechainsignal direkt hinter dem Eingang ab und sorgt so für eine transparente Kompression. Feedbackward hingegen benutzt als Referenz den Ausgang des Kompressors und sorgt dafür für mehr Schmutz. Eine umschaltbare Kennlinie und ein sehr gut ablesbares Meter (Gainreduction oder Outputpegel schaltbar) sind ebenso am Start wie ein Outputfader und Limiter-Funktion. Derb !

we like it loud,
Arne

Melodyne Editor

Melodyne Editor

Die wohl am meisten erwarteste Audiosoftware (seid Logic Bugfixes, har har) der letzten Zeit, Melodyne Editor ist da. Im Gegensatz zur allgegenwärtigen Konkurrenz Autotune, läßt sich mit Melodyne nun auch Akkordmaterial bearbeiten, dank DNA oder „Direct Note Access“. Das eröffnet abgesehen von drögen Tuning-Anwendungen ungeahnte Möglichkeiten für Remixe, Mashups und Experimentalmusik. Demo-Downloads sind noch nicht vorhanden, so dass ich mir kein Bild über die Klangqualität machen konnte.

Die neue Kraft von Melodyne
Melodyne editor ist das erste Celemony-Produkt mit der bahnbrechenden Direct-Note-Access-Technologie. Sie macht möglich, was bisher als unmöglich galt: den Zugriff auf einzelne Noten in mehrstimmigem Audiomaterial. Korrigieren Sie einen falschen Ton in einer Klavieraufnahme, ändern Sie die Akkorde einer Gitarrenbegleitung nach der Aufnahme, bauen Sie ein Sample-Lick ganz nach Wunsch um. Melodyne editor erlaubt Ihnen Dinge zu tun, von denen Sie bisher nur träumen konnten.

Die große Freiheit
Mit Melodyne editor bearbeiten Sie Ihr Audiomaterial intuitiv und flexibel: Schieben Sie eine Audio-Note einfach auf eine andere Tonhöhe oder an eine andere Position. Machen Sie Noten länger oder kürzer, lauter oder leiser. Löschen Sie Noten aus Akkorden oder kopieren Sie neue hinzu. Transponieren oder quantisieren Sie Ihr Material, bauen Sie daraus melodische, harmonische und rhythmische Variationen. Wenn Sie diese Formbarkeit von Audio erlebt haben, werden Sie sie nicht mehr missen wollen.

Bald hier kaufen.

A DNA designed game,
DasDAS

Mobile Musikproduktion: Logitech Z-10 Speaker Review

Logitech Z 10

Schon seit gefühlten Äonen bin ich auf der Suche nach Lautsprechern, die ich einfach in den Koffer packen und mitnehmen kann, um auch mal ohne Kopfhörer unterwegs zu arbeiten. Lange Jahren hatte ich dafür meine Trashabhöre, billige beige Teac PC-Lautsprecher dabei. Diese sind zwar leicht, brummen aber ohne Unterlass und zerren schnell. Zudem taugen sie nur zum Level-Checken für den Mittenbereich, da sie zum Produzieren soviel Spass wie dreimal recycletes Klopapier aus der Regionalbahn machen. Die üblichen Monitore sind für Bahncardkunden entweder zu groß und schwer (Adam A5, JBL Control One) oder zu teuer für den Klang (M-Audio & Co), den sie bieten. Ich war schon kurz davor, mir selbst Speaker zu bauen, bis ich auf die Logitech Z-10 stieß.

Dieses zwei Speaker, 2-Wege-System hatte ich aufgrund der für meine Zwecke unnützen Features zunächst von Vorauswahl gestrichen, da ich auf keinen Fall USB-Anschluß und ITunes Fernbedienungsdisplay brauche. In der Tat habe ich dieses Feature bisher auch nicht angewendet, sondern betreibe die Speaker direkt aus einer Audiofire 4 (auf -10dB eingestellt) via Großklinke auf Miniklinkeadapter. Doch nachdem der Preis von 150EUR auf ca. 80EUR gefallen ist, habe ich mir die Speaker im schnöden MediaMarkt angehört und ein Potential erkannt, dass ich bei Monitoren in der Größe noch nicht erlebt habe.

Der Grundklang der Boxen zeichnet sich durch unaufgeregte Mitten ohne den für diese Klasse sonst typischen 5Khz Boost (siehe z.B. Bose Companion oder Creative Gigaworks) aus. Dadurch bekommt man ein recht neutrales Grundklangbild und kann ohne Ermüdung auch mal 6 Stunden damit arbeiten. Ganz oben, ca. ab 10Khz lässt sich kein präzises Urteil mehr über das Material treffen, da ab da nur schemenhaft abgebildet wird. Die Basswiedergabe ist erstaunlich und in dieser Größe wohl einzigartig. Dennoch ist natürlich auch hier keine genauere Beurteilung mehr möglich; mir ist z.B. ein Subbass satte 8dB zu laut ausgefallen. Aber das kann man auch nicht erwarten – erstaunlich genug, dass man überhaupt einen Subbass wahrnehmen kann!

Die Tiefenstaffelung ist trotz der unterwegs üblichen Aufstellung auf dem Tisch ausreichend – man bekommt eine Vorstellung von den räumlichen Dimensionen und Reverb- und Delayzeiten lassen sich gut einstellen, so dass die Produktion nicht die Kopfhörermix-typische Zweidimensionalität aufweist.

Die Lautstärke ist beeindruckend und reicht auch aus, um eine kleinere Party auf dem Hotelzimmer zu schmeissen. Voll aufgedreht schlackern mir auf die übliche Hotelzimmertisch-Distanz die Ohren, ohne das Verzerrungen wahrzunehmen sind (wenn man nicht gerade Shackleton oder Burial auf 11 hört).

Im Verbund mit meinen AKG 270 und IGrado Kopfhörern kann ich gut unterwegs Musik produzieren, die sich annehmbar auf große PA-Anlagen und meine Studioabhören überträgt. Man liegt selten völlig daneben, was vor allem der guten Mittenwiedergabe der Z10 zu verdanken ist.

Fazit

Wer sich den Grenzen bewusst ist (zu schwache Höhen und Bässe, etwas langsame Transientenwiedergabe) und schon einige Erfahrung im Mischen hat, kommt mit diesen unschlagbar günstigen Speakern auch on-the-road auf gute Ergebnisse. Die Größe und das Gewicht von etwas über 4 KG machen sie gerade noch ICE und Luftgepäck tauglich. Natürlich werden die Z10 nie eine vollwertige Abhöre ersetzen können, dafür ist das wahrnehmbare Klangbild zu klein; auch sind es definitiv keine „Einsteiger“-Monitore; doch zur Kopfhörerergänzung und zur Produktion unterwegs eignen sie sich hervorragend. Der Preiscut deutet auf baldigen Ersatz der Modellreihe hin; ich bin gespannt ob etwas wirklich Sinniges (für Musiker) passiert oder nur ein Ipod-Dock drangeklatscht wird. Klanglich lässt sich wenig verbessern.

DasDAS

Preview: EOS Reverb

EOS Reverb

Audio Damage, die PlugIn Schmiede um den Grumpy Audio Blogger Chris Randall und seinen Tech-Sidekick Adam haben ein neues Plugin draußen, den ENO-esken Hall EOS.

Eos consists of three high-quality custom-designed reverb algorithms, made with the modern production environment in mind. Two different plate simulators and our own Superhall algorithm give you a broad palette of reverb, and the easy-to-understand interface makes adjusting the algorithms to suit your track incredibly simple.

Want a traditional dark plate reverb? Eos can do that. How about a short, dense room sound for your drum buss? Not a problem. But where Eos really comes in to its own is when you drop Superhall on your piano or synthesizer tracks. The incredibly long modulated hall sounds of Eno-style ambience are where Eos thrives, something that is made of unobtanium with convolution ‚verbs. Quite simply, an impulse response can not do what Eos does.
» Three custom-designed algorithms: Plate 1 (mono in, stereo out), Plate 2 (true stereo), and Superhall (true stereo) built with modern production in mind.

» All standard reverb controls, including modulation rate and depth, attack, diffusion, and full control over the EQ and multipliers of the reverb tail.

» Infinite control for „freeze“ effects.

» Unique visual controls designed for quick and easy programming.

» Low CPU usage compared to other algorithmic reverb plug-ins, and far lower than the average convolution ‚verb.

» Full MIDI learn for hardware control of most parameters (VST only).

Das Reverb bietet praktisch instant-“Musik for Airports“ und könnte sich als Special-FX Reverb im PlugIn Rack etablieren, wenn ruhiger und epischer Klang gewünscht ist. Test bald hier.

DasDAS

Review: Stillwell The Rocket

Stillwell the rocket

Einen guten Kompressor auf Software-Basis herzustellen ist eine schwierige Angelegenheit, weswegen jeder, der es sich leisten kann, aufAPI 2500, Cranesong Tracker, 1176 oder ähnliches Hi-End Gear zurückgreift. Ein Problem ist die Zugriffsgeschwindigkeit, die Schnelligkeit mit der ein Kompressor zupacken kann. Oft greifen Software-Kompressoren nicht flink genug, um z.B. eine schöne AC/DC „Fupp“ Bassdrum hinzubekommen, vom klanglichen Charakter eines „meiner Katze liebstes Schlafplätzchen“ raumwärmenden Röhrenkompressors ganz zu schweigen.

Stillwell treten nun mit „The Rocket“ an, um gehörig Arsch zu treten und versprechen Mojo für Mixbuss und Instrumente. Ich habe ihn lange (ca. 3 Monate) und intensiv getestet und bin auch nach dem Ablauf der Honeymoon-Phase begeistert!

Dabei hatten wir beide zuerst Annäherungsschwierigkeiten, da ich das düstere „brushed Aluminium“ Design mit glimmenden Lichtern und pseudo-VU-Metern eher störend empfand. Ich mag nüchterne Plugins, die übersichtlich sind, wie z.B. die alten Waves Renaissence Geräte oder alles von Ableton. Besonders VU-Meter in Plugins erzeugen bei ähnliche Reaktionen wie Röhren im Sichtfenster. Pfui!

Doch schon beim Durchsteppen der Presets war ich versöhnt: wer ernsthaft ein Preset NME: 5 Stars „Edgy“ nennt oder Sex, Drums & Rock‘n'Roll spricht meine Sprache. Und ehrlich, besonders das NME Preset demonstriert auf z.B. einem Drumloop die Power des Rocket: wie beim „All-Buttons-In-Mode“ des 1176 ächzen und pumpen die Drums auf Schönste und der Noisefloor fliegt in den Himmel!

Die Kontrollen sind dabei zunächst Standard: Threshold, Makeup Gain (mit Auto-Funktion), Attack/Release, Ratio über vier wohlbekannte Knöpfe, High Pass Filter. Eigen ist der Regler „Impetus“, eine Analog-Simulation für ordentlich harmonische Verzerrungen im Signal. Zusammen mit dem wunderbar betitelten Knopf „Decadence“, der das Oversampling zur Vermeidung von Artefakten einschaltet, ergibt sich einer der besten Zerrer in der nativen Plugin-Welt. Gern benutz ich ihn um z.B. Sample Streicher mehr Leben zu verleihen.

Praktisch ist der Regler für parallele Kompression: damit läßt sich ein völlig gecrushtes Signal zu dem Originalsignal dazumischen, was die Dynamik erhält, aber den Druck erhöht und den Charakter der Musik schärft.

Da ich viel unterwegs arbeite und deswegen nie Outboard mitnehmen kann, war ich begeistert davon, einen derart formenden Kompressor dabei haben zu können, um z.B. aus einem samplebasierten und damit recht klar (oder booooooooring!) klingenden Rock-Track eine schmutzige Garagennummer machen zu können – sehr zum Leid diverser Old-School Tonmeister, aber zur Freude der Hörer.

Die euphonische Rundheit und Lebendigkeit eines API 2500 oder SSL Buscomp erreicht der Stillwell natürlich nicht. Da ist nochmal eine höhere Liga an Mojo und Atem am Start, für die man aber auch entsprechende AD/DA Wandler braucht, um sie zu Nutzen. Aber er kommt dem Ideal durch die Kombination aus Zerrer und schneller Kompression verdammt nah und eignet sich auch für bestens ausgestatte Studios hervorragend als klangformendes Werkzeug. Ob er auch sanft kann, weiss ich tatsächlich auch nach 3 Monaten nicht – zu sehr ist er bei mir als Krachmacher im Einsatz, als dass ich Lust auf neutrale Verwendung hätte.

Aber hört selbst und ladet euch das nicht zeitbegrenzte, voll-funktionsfähige Demo runter. Die Lizenz ist mit 49$ unschlagbar günstig.

Stillwell haben noch einige weitere interessante Plug-Ins in ihrem Roster, die ich in der nächsten Zeit testen werde.

5 Stars,
DasDAS

Review: Dave Smith Instruments Mopho

Mopho

Dieses Review ist eigentlich kein Review, denn genau wie die ersten Artikel über die Strokes in deutschen Musikmagazinen besoffene Fanschreibe von Volkmann und Co. waren, ist auch dieser Text im Eindruck eines langen Arbeitstages, eines Kompositions-Rausches, einer Flasche Wein entstanden. Also erwartet keine Details, ich biete stattdessen fast pure Begeisterung für ein tolles Instrument.

Der erste Kontakt

Als die Mophos bei uns im Laden eintrafen, hab ich ca. 3 Minuten daran rumgeschraubt und dann sofort die EC-Karte gezückt. Auch wenn unser örtlicher MaxMSP Freak und mexican sound man sofort meinte, ich hätte keinen Geschmack, schließlich sei die Kiste häßlich, beirrte mich das nicht. Der Mopho klingt einfach gut! Jahrelang hab ich Juno 60, SH-02, Jen SX1000 uvm durch die Republik geschleppt, doch diese Minikiste gibt mir einen guten, druckvollen Basssound für 379EUR und wiegt nur ein Paar Gramm! Und verstimmt sich nicht!

Ok, die aufgeklebte Beschriftung ist hässlich, kein Stil, kein Gefühl für Schriftsätze, doch die Folie läßt sich gottseidank abnehmen, so dass der eigene Paintjob nicht weit ist. Problem solved!

Presets Baby

Doch was passiert, wenn man die Presets durchsteppt? Man hört bei vielen den eingebauten Sequenzer, der ein Paar schöne Grooves auf Lager hat. Einige davon wird man bestimmt sehr bald auf Platte wiederfinden, shame on you, preset users!

Der Klang

Tiefer als Virus, Nord und Konsorten, aber eher modern digital bratzig im Vergleich zu Vintage Synths. Für Roland-Filter-Smooth Fans entweder schrecklich oder genau dass, was gefehlt hat. Ich zumindest liebe den Sound. Der Audio-In reagiert im Feedback-Modus nicht so krass wie ein Moog oder SH-02, bringt aber Laune in das Modul. Gutes Filter, krachige OSCs, ordentlicher Headphone-Out.

Die Bedienung

Schlaue Presets bei den meisten Sounds für die vier frei definierbaren Regler, gute Wahl der fest eingestellten Regler (Cutoff, Resonance, Attack, Release). Ohne Blick ins Handbuch weiss ich nicht, wie ich meine Sounds abspeichern kann, ansonsten versteht man das Wichtigste in einer langen Synthese-Nacht.

Fazit

Ungehört kaufen, einen befreundeten Künstler bitten, das Teil neu zu bemalen, endlich den perfekten Synthesizer für die endlosen Hotelzimmer besitzen.

Love,
DasDAS

AKAI MPK 49: Review

Akai Mpk 49

Jetzt habe ich seit 6 Wochen das Midicontroller-Keyboard MPK 49 von AKAI im Bühnen- und Probeneinsatz gehabt, weswegen ich jetzt ein Paar Worte dazu verlieren kann.

Erster Eindruck:

Mann, ist das Ding schwer! Verglichen mit Plastiktüten wie dem GarageKey bringt das AKAI ein Paar Pfund auf die Wage und man sollte sich ein Gepäckstück besorgen, welches diesen Plastik/Metallklotz sicher transportiert (und andere Geräte schützt). Gleichzeitig: hübsch! Retro-80er Big Plastic Stil, orangenes Knopflicht, Blauer LCD Screen, nice! Nur die unförmigen „Akai Professional“ Logos wurden sofort überlakiert.

Haptik:

Das Keyboard war zu Beginn etwas hüpfig, das heißt es sprang ein wenig zu neu zurück, doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und ein bis zwei Sonaten pro Abend spielte es sich ein. Die Touchpads sind die gleichen wie aus der MPC500 und verlangen in der Standardeinstellung starkes Hämmern, bis sie reagieren. Mittels des übersichtlichen Menüs kann das aber schnell angepasst werden – eine Empfindlichkeit von 10 ist für mich ideal.
Die Drehregler und Fader sind griffig und geben einen guten Widerstand, wertig nennt man sowas in der Werbersprache. Auch fallen sie nicht sofort ab, wenn man an ihnen zieht, was man leider schon als großes Plus ansehen muss, wenn man sich die Konkurrenz so anguckt.

Verbindung:

Einfacher geht es nicht: USB Kabel ran, Vista/MacOS 10 erkennen es, in Ableton auf AKAI MPK49 gestellt, fertig! Es gibt ein paar Presets, von denen ich das Live-Template am meisten benutzt habe. Dank des guten Screens und des übersichtlichen Routing-Menus lassen sich schnell komplexe Steuerungen von z.B. Ableton Drum Racks realisieren, so dass bald echtes MPC Feeling aufkommt.

Bonus Features:

Ein wirklicher Schatz ist der toll-groovende Arpeggiator und der Note Repeat Modus für die Pads – damit lassen sich on the fly Remixe erstellen oder neue Ideen entstehen. Gerade mit Ableton sind die Möglichkeiten unbegrenzt und man bekommt das Gefühl, endlich richtig mit dem Programm zu Arbeiten. Trick: umschalten der Pad-Bänke während ein Pad gehalten wird – dadurch fehlt der Note-Off und das angetriggerte Sample läuft weiter. Wer dem Controllerism verfallen ist, kann damit bestimmt ordentlich zaubern.

Verarbeitung:

Das Gerät hat bei mir einiges wegstecken müssen – Lehmbröckel von der Theaterbühne, Transport mit der Bahn und das Spielen der Pads mit meinem Kopf durch einen zwei Meter großen Schauspieler, der mein Haupt darauf klatschen lies und sich an den Klängen erfreute – 6 Wochen Probezeit, 6 Aufführungen bis dato. Dabei ist mir die Metallwanne, die Pads hält, durchgebogen und diese rückten ängstlich tiefer ins Gehäuse hinein, was sich aber erfreulicherweise von Hand wieder geradebiegen liess. Ein als Gegendruck installierter Schaumstoffblock beugt nun dem Problem vor. Zudem hilft der veränderte Velocity-Wert der Pads, weswegen nun weniger Druck auf meinem Kopf liegen muss, um Klang zu produzieren. Schlau ist man leider immer erst später. Aua aua.
Was:Ich:Sagen:Wollte: Das Ding hält was aus! Built like a Schützenpanzer und leicht zu reparieren. Bühnentauglichkeitstest bestanden!

Fazit:

Wer auf der Suche nach einem robusten, gut zu bedienenden und schicken Livecontroller ist, findet mit dem AKAI MPK 49 seinen Traumpartner. Word.

KAUFEN

Ain‘t no business,
DasDAS

EDAX VTP 100 Review Teil 2

Edax Frontansicht

Arne Kohlscheen am EDAX

Auch Arne, der frisch aus dem Urlaub zurückgekommen ist, testete nach Lennart und Thomas den Edax VTP 100. Als unser Löt-und Technikspezialist griff er nach den ersten Hörtests mit SM58, Telefunken M80 und Crowley & Tripp Studio Vocalist als erstes zum Inbus und schraubte das Gerät auf.

Edax Innenansicht

Die Schaltung des Edax VTP-100 ist auf hohem Niveau. Sofort auffällig sind die eigens gelabelten und selektierten Röhren, die auf technisch hervorragende Weise mit IC Schaltungen verbunden sind. Damit werden die Vorteile beider Welten kombiniert: die Rauscharmut integrierter Schaltkreise mit den für das menschliche Gehör angenehmen klanglichen Eigenschaften einer Röhrenschaltung. Das stimmbare Hochpassfilter klingt nicht nur sehr gut, es ist auch sehr sauber konstruiert. Überhaupt ist die gesamte Konstruktion mit hochwertigen Bauteilen realisiert worden, vom ausgefuchsten Preamp bis zum integrierten Netzteil. Das freut den Reperateur (mich!), denn die Geräte werden bestimmt nur selten auf meinem Tisch landen. Viva Mexico!

Hier geht es zum ersten Test, hier zum Shop.