Archiv der Kategorie 'Dr.DAS rät'

Das Blog, das das neue DAS Blog ist.

Ja, richtig gelesen!
Es gibt ein neues DAS Blog – in Zukunft findet ihr dort den alltäglichen Wahnsinn aus der Pro-Audio-Welt und deren Umfeld. Neuer Server, neues System, neues Design, Facebook-Anbindung und und und…es wird heiß!

Als Eröffnungs-Special haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht: Das SpektaKEL – den ultimativen Mikrofon Group Buy.
Das SpektaKEL

Durch den Umzug über ca. 500 Versionen war unsere Datenbank leider nicht so recht kompatibel, deshalb haben wir nur mal die letzten wichtigen Einträge mit in das neue Blog genommen – aber, keine Angst, dieses Blog hier bleibt bestehen! Wer also gerne in älteren Posts stöbern möchte, kann das hier nach wie vor tun.

Wir sehen uns drüben!

Dr.DAS : Studiomonitore – warum Yamaha NS-10 oder Auratones?

Frage: In vielen Studios findet man als alternative Abhöre oftmals Yamaha NS-10 oder auch Auratone 5C. Wo liegt der Sinn solche „trashigen“ Boxen zu verwenden ?

Antwort : Gute Frage ! Man muss sich schon wundern, wieviel Zeit und Geld der Profi in die Wahl der Abhöre und in die Raumakustik investier und dann stehen da die recht bescheiden klingenden NS-10 oder 5C mit im Raum. Wer diese Modelle schon mal gehört hat, wird wissen was gemeint ist: Assoziationen mit Blecheimern und Kofferradios drängen sich auf. Der Nutzen einer solchen Abhöre liegt tatsächlich darin, den Mix mal von einer ganz anderen Seite zu sehen. Funktioniert der Mix wirklich auf einer durchschnittlichen Anlage oder im Autoradio ? Was sagt der Ghettoblaster ? Da man nicht sämtliche Abhörsituationen im Studio einfach darstellen kann, haben sich Boxen mit eingeschränktem Frequenzgang durchgesetzt, die quasi den „worst-case“ simulieren und sicherstellen, dass nicht am Endverbraucher vorbei gearbeitet wird. Deswegen haben sich die genannten Modelle auch zu einem Studiostandard entwickelt. Wer oft Produktionen mit anderen Studios austauscht, kann sich so drauf verlassen, dass es eine gemeinsame Referenz gibt, die überall auf der Welt für relativ kleines Geld verfügbar ist. Neben den NS-10 von Yamaha sind die Auratone 5C speziell in den USA weit verbreitet. Beide Modelle sind inzwischen obsolet, wobei die Auratones einen würdigen Nachfolger in den Avant Electronics MixCubes gefunden haben. Diese gibt es inzwischen auch in einer aktiven Version und lassen sich so einfacher in moderne Setups integrieren. Wer also mit einer Zweitabhöre liebäugelt, sollte pragmatisch vorgehen und Mut zum Trash beweisen –
HighEnd bringt einen eben nicht immer weiter.

Mix Cubes

Alles klar ?

Dr. DAS

P.S. Fragen zum Thema Audio ? Schreibt an drdas@digitalaudioservice.de und lest die Antwort hier.

Dr. DAS : 64 Bit ? Was und wozu ?

64Bit

Frage: Was verbirgt sich hinter dem Schlagwort 64Bit ? Hat das was mit der Aufnahemqualität zu tun ?

Antwort: Nein. Die 64Bits von denen im Zusammenhang mit Computern und Software in letzter Zeit viel geredet wird, haben fast ausschließlich mit der Speicherverwaltung zu tun. Eine CPU in einem Compter kann nicht unbegrenzt Speicher ansprechen, sondern ist durch die Wortbreite (in Bits angegeben) an eine bestimmte Anzahl Speicheradressen und damit an eine bestimmte Größe des physikalischen Speichers gebunden. Platt gesagt: je größer die Bit-Zahl die im Zusammenhang mit dem System genannt wird desto mehr Speicher kann der Rechner reel benutzen. Ein 32Bit-System (z.B. Intel x86 Prozessor oder Apple G4) ist auf eine Speichergröße von max. 4GB begrenzt. Ein 64Bit-System (z.B. Intel Xeon) kann dagegen maximal 16 Exabyte (1 Exabyte = 1000 Petabyte / 1 Petabyte = 1ooo Terabyte) an Speicher benutzen. Natürlich reicht es nicht aus wenn die Hardware 64Bit behherrscht, das Betriebssystem und die Anwendungen / Treiber müssen das auch können. Dadurch kommt es zum Beispiel zu dem Umstand das ein Apple G5 zwar Hardwareseitig 64Bit-fähig ist und entsprechend viel RAM an Bord haben kann, aber Betriebssystem und Anwendungen nur jeweils 4 GB im Block benutzen konnten. Entsprechende Tricks in der Programmierung ermöglichten es zwar, dass nicht alle Anwendungen auf dieselben 4GB zugriffen aber irgendwie war es alles nur die halbe Wahrheit. Kompletter Speicherzugriff ist erst seit Mac OS x 10.6 und aktuellen 64Bit-Anwendungen möglich, z.B. mit Logic 9.1. . Ähnlich sieht es bei Windows aus, volle 64 Bit Unterstützung gibt es nur in der Kombi aus der richtigen Hard- und Software. Mit den aus der Audiowelt bekannten 24 Bit hat das alles nichts zu tun, hier bleibt alles beim Alten auch auf 64Bit-Rechnern mit 64Bit-Anwendungen.

Alles klar ?

Dr-DAS

PS: Hast Du eine Frage zum Thema Audio ? Schreib an drdas@digitalaudioservice.de . Wir beantworten jede Frage umgehend hier im Blog

Dr.DAS : Wozu Bändchenmikrophone ?

AEAribbon vogel

Frage : Was macht ein Bändchenmikrophon aus ? Wo liegen die Unterschiede zu herkömmlichen Mikros ?

Antwort: Das Bändchenmikrophon fristete lange Zeit ein Schattendasein. Obwohl schon in den 1920er Jahren entwickelt geriet es nach anfänglich begeisterter Resonanz in Hintertreffen – die Konkurrenz der herkömmlichen dynamischen und der Kondensatormikrophone war irgendwann billiger und robuster. Das Bändchenmikrophon unterscheidet sich zu anderen Typen dadurch das es keine Membran besitzt sondern mit einem hauchdünnen Aluminiumstreifen (Bändchen) kommt, welcher zwischen zwei Magneten aufgehängt schwingen kann und so Schallwellen in elektrische Spannung umsetzt. Der große Vorteil dieser Konstruktion ist, dass das Bändchen von der Masse her den Schallwellen wesentlich weniger Widerstand entgegenbringt als eine Membran. Deshalb ist das Mikrophon insgesamt detail-treuer, neigt wesentlich weniger zu Verzerrungen und gibt das Signal im Grunde naturgetreuer wieder. Der Frequenzgang ist zwar alles andere als Linear, allerdings kommt die Charakterisitk dem menschlichem Hörempfinden sehr entgegen, so das der klang im direkten Vergleich als angenehmer empfunden wird. Gerade im Höhenbereich haben Bändchenmikropone einen smoothen Roll-Off der für ein schönes Klangbild sorgt. Optimalerweise empfiehlt sich eine Kombination aus Bändchen und Kondesatormikrophon um die speziellen Eigenschaften des Bändchens mit der Neutralität der herkömmlichen Mikros zu verbinden. Dies schafft Optionen im Mix, die mit EQs meistens nur schwer hinzubekommen sind ohne das man mit Phasenproblemen bezahlen muss. Nachteile hat das Bändchenmikro wie alle anderen Konzepte auch: Mechanisch sind die Mikros relativ empfindlich, da das Bändchen leicht reissen kann. Dies kann auch bei sehr hohen Schalldrücken passieren. Weiterhin gibt es einen heftigen Nahbesprechnungseffekt – eine Basscut im Mic-Pre ist unerläßlich. Frühe Bändchenmikrophone neigten sehr stark zu Rauschen, modernere Konstruktionen haben das Problem aber dank aktiver Elektronikern (z.B AES A-Serie) im Griff. Absolut tabu ist Phantomspeisung. das Bändchen hält die 48V nicht aus und verbrennt – gilt nicht für alle Modelle, die AEA A-Serie benötigt aufgrund der aktiven Bauweise sogar 48V. Im Zweifel immer ins Handbuch schauen, das spart viel Geld !
Fazit : Wer mit akustischen Instrumenten arbeitet und schon das ein oder andere gute Kondensatormikro sein eigen nennt, kann mit einem Bändchenmikrophon die Palette an Sounds einfach erweitern ohne stundenlang rumzuschrauben. Dank der Renaissance der Bändchen ist das Angebot heute so groß wie nie, quer durch alle Preisklassen, bei Fragen sprecht uns wie immer direkt an, wir beraten gerne.

Bändchenmikrophon in der Übersicht

Alles Klar ?

Dr.DAS

Habt Ihr eine Frage an Dr. Das?
Einfach mail an drdas@digitalaudioservice.de und Dr. Das beantwortet Eure Fragen hier im Blog!

Dr. DAS : Was ist DirectMonitoring ?

dr.das

Frage : Was ist DirectMonitoring ?

Antwort: DirectMonitoring (zu deutsch etwa: „direktes mithören“) ermöglicht es ein Signal welches zur Aufnahme in den Rechner geschickt wird „in time“ mit dem Playback (-> den bereits aufgenommenen Spuren) zu hören. Früher als es gang und gebe war auf Band aufzunehmen brauchte man das nicht, da ein Signal welches vom Mischpult zur Bandmaschine geschickt wurde von dort auch ohne nennenswertes Delay wieder zum Mischpult gelangen konnte. Bei der Aufnahme im Rechner ist dies meist technisch nicht möglich es sei denn man verfügt über ein DSP-gestütztes High End-System (z.B. ProTools HD oder Apogee Symphony). Ein Signal welches über ein Audiointerface in den Sequencer geschickt wird läuft dort einmal durch den Mixer und wird dann zusammen mit dem Playback auf den Hauptausgängen wiedergegeben. Dies erfordert hohe Rechenleistung vom Computer. In der Regel erscheint das Signal mit deutlichem Versatz zum Playback auf den Ausgängen. Abhilfe schafft man mit DirektMonitoring: So gut wie alle Interfaces verfügen über einen eigenen Mixer der es erlaubt das Eingangssignal direkt wieder an die Ausgänge zu schicken, d.h. ohne Verzögerung. Im selben Mixer kann das Signal auch mit dem Playback gemischt werden so das alles „in time“ ist. Wenn man dieses Verfahren anwendet muss man allerdings dafür sorgen, dass die Spur im Sequencer auf der aufgenommen wird stumm-geschaltet wird.

Vorteil : Auch auf Rechnern mit geringer Leistung oder in großen Arrangements kann verzögerungsfrei während der Aufnahme abgehört werden.

Nachteil: Es können bei der Aufnahme keine PlugIns verwendet werden da man deren Output nicht hören würde. Außerdem kann das Signal nicht direkt auf seine Qualität hin überprüft werden, man muss also die Meter im Auge haben um Verzerrungen zu erkennen.

Alles klar ?

DerDoc (vertreten durch DasArne)