Archiv der Kategorie 'DIY Audioelektronik'

Das Blog, das das neue DAS Blog ist.

Ja, richtig gelesen!
Es gibt ein neues DAS Blog – in Zukunft findet ihr dort den alltäglichen Wahnsinn aus der Pro-Audio-Welt und deren Umfeld. Neuer Server, neues System, neues Design, Facebook-Anbindung und und und…es wird heiß!

Als Eröffnungs-Special haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht: Das SpektaKEL – den ultimativen Mikrofon Group Buy.
Das SpektaKEL

Durch den Umzug über ca. 500 Versionen war unsere Datenbank leider nicht so recht kompatibel, deshalb haben wir nur mal die letzten wichtigen Einträge mit in das neue Blog genommen – aber, keine Angst, dieses Blog hier bleibt bestehen! Wer also gerne in älteren Posts stöbern möchte, kann das hier nach wie vor tun.

Wir sehen uns drüben!

Perfekte Leidenschafts-Symbiose: Der Lego Sequencer

Es gibt ja viele dieser „2 in 1″-Erfindungen. Duschgel und Shampoo, Bier trinken und dabei den Regenwald schützen, Lotterie spielen und dabei Kinderdörfer finanzieren – durch die Bank sehr gute Erfindungen, keine Frage. Nun verbindet aber keine davon wirklich zwei Leidenschaften so gut wie dieser Lego-Sequencer. Man stelle sich das nicht nur, wie im Video zu sehen, in zwei Dimensionen X und Y vor, sondern für die Weiterentwicklung inklusive der dritten Dimension Z. Man stelle sich vor den Todesstern zu bauen und dabei Musik zu produzieren. Man stelle sich vor… Nein, ab jetzt behalte ich alle weiteren Ideen für Version 2.0 bei mir und rufe gleich mal die Entwickler an.

Ich freu‘ mich schon auf AbLEGOn Live 1.
Das Madi

DIY Gedankenkontrolle für Synthesizer – Update: FAKE

Das Mattel Mindflex ist ein Spielzeug, mit dem sich Gehirnaktivität messen lässt. Robert Schneider von der Band Apples in Stereo hat das Gerät so gehackt, dass er seinen Radio Shack Moog MG-1 damit steuern kann. Eine genaue Anleitung zum Bau des „Teletrons“ findet sich hier:

Ich bin schwer begeistert! Im Club Filtersweeps mit meinen Gedanken zu steuern erscheint mir schöner als jeder noch so große Knopf!

DasDAS via Matrixsynth

Update: wie Mart in den Comments bemerkte, das Mindflex ist leider ein Fake: Link. Der Hack mag zwar funktionieren, d.h. das Mindflex steuert den MG-1, doch die Gehirn nicht das Mindflex.

Roland JX-3p MIDI Mod

JX3p

Der gute alte Roland JX-3P gehört leider zu den wenig ghypeten Teilen. Das Teil kam 1983 auf den Markt und war Rolands erster Synth der über eine MIDI-Schnitstelle verfügte.
Die damals ziemlich unübersichtlich Produktpalette des Herstellers wirft schon irgendwie die Frage auf, was der Synth eigentlich darstellen sollte – paralell war nach wie vor der Juno 6 erhältlich, ein Jahr später kam der Juno 106. Die sind Austattungsmäßig alle irgendwie ähnlich. Eingefleischte Roland-Heads behaupten sogar, der JX-3P wäre eine zugekaufte Entwicklung und zwar von Sharp. Hinweise dafür sind einige Punkte im Design, die für Roland total untypisch sind und sich in keinem anderen Synth der Marke finden: Der Bender sitzt nicht neben dem Keyboard sondern darüber, der Vibrato-LFO wird über einen Taster gesteuert, der Programmer PG200 hat Potis statt Fader. Ausserdem kann man die Oszillatoren Cross-Modulieren. Alles in allem eigentlich ein cooles Teil, satte Bässe, krispe Höhen :-) – keine Ahnung warum alle immer den Juno 106 vorziehen. Ein Pferdefuss an der Kiste war immer die lausige MIDI-Implementation: Omni-Mode und NoteOn – mehr is nich. Damit ist jetzt Schluss. Ein findiger Synth-Nerd aus Norwegen nahm sich der Sache an und programmierte den ROM-Chip des JX-3P komplett um und spendierte einen zusätzliche Microcontroller um dem Synth ordentlich Beine zu machen:

jx3p MIDIKit
Organix MIDI Expansion Kit

So siehts dann aus. Im Bild die kleine schwarze Kiste, neben dem Original-MIDI-Board des JX3P. Mit dem neuen ROM geht folgendes :

- Drei MIDI-Kanäle können gewählt werden
- Der Programmer PG200 kann nun gleichzeitig mit der MIDI-Schnitstelle benutzt werden (Original geht nur entweder oder)
- Der PG200 sendet MIDI-CC
- Der JX-3p empfängt MIDI-CC

Endlich den PG200 bei laufenden Sequencer benutzten und die Reglerfahrten aufzeichnen. Das Ganze funktioniert prima.

Kosten : Das Kit kostet 50 Euro + Versand. Der Einbau bei mir noch mal 40 Euro.

Das Kit bekommt man hier . Auf der Seite gibt es auch einen Software Editor für Windows – cool für alle die den PG200 nicht haben. Ohne Programmer ist der JX3p fast unprogrammierbar, es sei denn man hat Nerven aus Stahl.

Sinvolle Sache das…

Danke auch an Dezzo – dem stolzen Besitzer des hier abgebildeten Instruments.

Bis denne
Arne

ArcAttack: Iron Man auf der Tesla-E-Gitarre

ArcAttacks „Imperial March“ auf Tesla-Spulen war einer der meistgeklickten Posts hier. Nun ist die Gruppe zurück und bei America’s got Talent gelandet.

Das sieht auf dem Screen zwar nach Fake aus, doch Gizmodo hat eine technische Beschreibung der Funktion der most rock‘n'roll guitar ever. Get the Lötkolben, ready, steady, go!

The fret board is 72 optically isolated switches. The fret board, instead of frets has 6 brass contacts per fret. When the string is pushed down to the contact, it makes a connection.
From there the signal is optically isolated, to protect from EMF and sent to a micro controller thats only job is to priority encode the fretboard, and keep tabs on which string is pushed down to each fret.
So priority encoding means this basically: if you are playing the 6th string on the 12th fret, then the computer ignores if say the 11th and 10th frets are pressed on that string also, since the 12th fret needs to take priority – just like a real guitar.

Now there is a second computer that is located on top of the fret board underneath the metal box. This computer detects when the strings are strummed, and is also updated by the first computer whenever the fretboard changes state.
It is also the second computer’s responsibility to process the fretboard and strumming data, and output midi messages accordingly. The midi signal is converted to a fiber optic light pulse, and is sent down as optical data to the Tesla coil’s main computer, which is responsible for processing the midi commands and outputting a pulse rate modulation signal to control the pitch of the tesla coils.
The end result: The most rock and roll display ever. Real lightning guitar, while the player plays the guitar, he is being struck by lightning that produces the melody that he is playing.

Ich warte jetzt gespannt auf die Serienreife!
DasDAS

Carnhill für alle

Carbhill

Wer schon immer den legendären Carnhill-Sound in seinem Lieblingsgerät haben wollte, dem macht es die Firma Audiomaintenance aus UK es jetzt einfach. Das Nachrüstkit passt – elektrisch gesehen – in jedes Gerät welches mit 15-20V betrieben wird. Mechanisch gesehen sollte schon eine Menge Platz in dem zu moddenden Gerät sein um den fetten Trafo unterzubringen. Man sollte auch beachten das man für ein Stereogerät natürlich zwei von den Kits benötigt. Carnhill-Trafos finden sich als wichtigstes klangformendes Bauteil in Geräten von Neve oder Brent Averill und deren Derivaten. Der Klang wird durch die Trafos rund und warm.

Das Kit kostet 95 Euro, weitere Infos gibt es bei mir: a.kohlscheen@digitalaudioservice.de

Fat-Boy,
Arne

GAP Pre73 : Transformer Mod

pre73
Bild: Gemoddeter Pre73, Kabelsalat serienmäßig aber vorne links die beiden neu eingebauten blauen Carnhills und hinten rechts der dicke rote Ausgangsübertrager desselben Herstellers.

The Sound Is In The Iron – diese Weißheit ist nicht nur unter Entwicklern von Audiotechnik inzwischen ein fester Begriff. Jeder Anwender, der das Vergnügen hatte einen Preamp zu benutzen welcher an den Ein- und Ausgängen Übertrager (engl.: Transformer) besitzt, weiß das diese Bauteile dem Sound einen unverwechselbaren Charakter geben. Der Sound bekommt quasi einen Stempel aufgedrückt, Worte wie „Warm“ und „Fett“ sind treffendsten Beschreibungen. Die Firma Golden Age Project hatte vor einiger Zeit die Idee, man könnte doch eine solche, klassische Konstruktion auch mal in China herstellen lassen und so für kleines Geld den fetten Sound einer breiteren Anwenderschaft zur Verfügung stellen. Man zog dazu den frühen Geniestreich von Rupert Neve heran. Dieser hatte in seinen 1073-Modulen einen diskreten Transistor-Preamp mit Ein- und Ausgangsübertragern verwendet, der heute noch als Maßstab gilt und in Gestalt von mehreren Clones (Brent Averill, AMS-Neve, Aurora, Chandler) auch heute noch erhältlich ist.

Der Pre73 ist also die Made-in-China-Version dieses Geräts. Die Schaltung ist recht ordentlich gemacht, Verarbeitungsqualität und Layout sind durchaus Ihr Geld wert. Klanglich gesehen schrammt der Pre73 allerdings deutlich an seinen teuren Vorbildern vorbei. Träge Transienten-Abbildung, Muff und die Neigung schnell zu verzerren machen das Gerät relativ unsympathisch. Aber woran liegt das eigentlich ? Die Schaltung ist fast 1:1 von Neve übernommen… bleiben die Übertrager. Heutige Neve-Clones benutzen Übertrager der englischen Firma Carnhill, welche die Bauteile die in den orignalen Neve-Modulen zum Einsatz kamen immernoch herstellt. Die Chinesen dagegen bauten ihre eigenen Übertrager in den Pre73 ein, um Kosten zu senken und um den Aufwand gering zu halten. Es ist sozusagen ein Clone im Clone.
trafos
Bild: Oben die „Chinesen“, unten deren Pedants aus England. Sehr gut zu sehen, die Carnhills weisen eine wesentlich dickere Wicklung auf, was darauf schließen läßt das die Kollegen in China auf günstigere Materialien zurückgegriffen haben.

Ich habe, angeregt durch diverse Diskussionen in Foren und mit Usern mal das Experiment gewagt, die orignalen Carnhill Trafos-in den Pre73 einzubauen – und siehe da : Das bringt eine ganze Menge ! Transienten werden sauberer abgebildet, der Klang wird insgesamt transparenter, Verzerrungen treten erst bei brutalen Pegeln auf und nicht wie vorher schon bei halber Kraft. Ein lohnenswerter Mod also, keine Spielerei.

Wirtschaftlich gesehen mag es auf den ersten Blick ein Totalschaden sein, da ein Umbau, den ein Anwender bei mir in Auftrag gibt, mit 350 Euro zu Buche schlägt. Die Übertrager sind schließlich nur in kleinen Stückzahlen gefertigt und enstprechend teuer. Und es ist auch schon ein wenig Arbeit das alles in der Kiste unterzubringen. Der Pre73 selbst kostet ca. 300 Euro. Allerdings kann sich ein umgebauter Pre73 tastächlich mit wesentlich teureren Geräten messen, es gibt in der Preisklasse zwischen 650 und 1200 Euro nichts was so sehr nach Neve klingt. Ein Brent Averill 1073 spielt nach wie vor in einer anderen Liga allerdings kostet der auch noch mal wesentlich mehr. Für kleinere Budgets ist der gemoddete Pre73 allerdings eine Überlegung wert.

Chinese Democracy,
Arne

DIY Roland TR 808

808 clone

Circuit-Bender, Musiker und Künstler Eric Archer fragte sich angesichts der horrenden Preise für Rolands alte Schätze ob es denn nicht menschenmöglich ist eine identische Klangerzeugung zu konstruieren die dem Original nahe kommt. Natürlich ist das möglich. Haben auch schon Leute vor Ihm gemacht. Was Archers Schaltung von den anderen unterscheidet ist die Einfachheit. Im Prinzip kann sich jeder aus der (sehr guten) Dokumentation die auf Archers URL angeboten wird eine kleine 808 zimmern. Die Bauteile sind Standard und im normalen Elektonikversand erhältlich. Löten sollte man können, aber sonst muss man nicht viel wissen. Andere Clones waren nie so gut dokumentiert oder einfach zu komplex. Gut – hier gibt es auch nur Bassdrum, Snare und HiHat aber was soll´s.

Klasse Sache, wenn das Wetter nicht so schön wäre und ich nicht die Bude voll hätte mit Projekten… aber der Winter kommt bestimmt.

EricArcher.net

analog breadboard attack !
Arne

D-Touch Drum Machine

Wer am Wochenende noch nichts vor hat, sollte hier mal reinschauen und sich eine Drummachine zum anfassen bauen.

Bis dann,
Arne