Dr.DAS : Wozu Bändchenmikrophone ?

AEAribbon vogel

Frage : Was macht ein Bändchenmikrophon aus ? Wo liegen die Unterschiede zu herkömmlichen Mikros ?

Antwort: Das Bändchenmikrophon fristete lange Zeit ein Schattendasein. Obwohl schon in den 1920er Jahren entwickelt geriet es nach anfänglich begeisterter Resonanz in Hintertreffen – die Konkurrenz der herkömmlichen dynamischen und der Kondensatormikrophone war irgendwann billiger und robuster. Das Bändchenmikrophon unterscheidet sich zu anderen Typen dadurch das es keine Membran besitzt sondern mit einem hauchdünnen Aluminiumstreifen (Bändchen) kommt, welcher zwischen zwei Magneten aufgehängt schwingen kann und so Schallwellen in elektrische Spannung umsetzt. Der große Vorteil dieser Konstruktion ist, dass das Bändchen von der Masse her den Schallwellen wesentlich weniger Widerstand entgegenbringt als eine Membran. Deshalb ist das Mikrophon insgesamt detail-treuer, neigt wesentlich weniger zu Verzerrungen und gibt das Signal im Grunde naturgetreuer wieder. Der Frequenzgang ist zwar alles andere als Linear, allerdings kommt die Charakterisitk dem menschlichem Hörempfinden sehr entgegen, so das der klang im direkten Vergleich als angenehmer empfunden wird. Gerade im Höhenbereich haben Bändchenmikropone einen smoothen Roll-Off der für ein schönes Klangbild sorgt. Optimalerweise empfiehlt sich eine Kombination aus Bändchen und Kondesatormikrophon um die speziellen Eigenschaften des Bändchens mit der Neutralität der herkömmlichen Mikros zu verbinden. Dies schafft Optionen im Mix, die mit EQs meistens nur schwer hinzubekommen sind ohne das man mit Phasenproblemen bezahlen muss. Nachteile hat das Bändchenmikro wie alle anderen Konzepte auch: Mechanisch sind die Mikros relativ empfindlich, da das Bändchen leicht reissen kann. Dies kann auch bei sehr hohen Schalldrücken passieren. Weiterhin gibt es einen heftigen Nahbesprechnungseffekt – eine Basscut im Mic-Pre ist unerläßlich. Frühe Bändchenmikrophone neigten sehr stark zu Rauschen, modernere Konstruktionen haben das Problem aber dank aktiver Elektronikern (z.B AES A-Serie) im Griff. Absolut tabu ist Phantomspeisung. das Bändchen hält die 48V nicht aus und verbrennt – gilt nicht für alle Modelle, die AEA A-Serie benötigt aufgrund der aktiven Bauweise sogar 48V. Im Zweifel immer ins Handbuch schauen, das spart viel Geld !
Fazit : Wer mit akustischen Instrumenten arbeitet und schon das ein oder andere gute Kondensatormikro sein eigen nennt, kann mit einem Bändchenmikrophon die Palette an Sounds einfach erweitern ohne stundenlang rumzuschrauben. Dank der Renaissance der Bändchen ist das Angebot heute so groß wie nie, quer durch alle Preisklassen, bei Fragen sprecht uns wie immer direkt an, wir beraten gerne.

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1 Antwort auf “Dr.DAS : Wozu Bändchenmikrophone ?”


  1. 1 DasDAS 08. Januar 2010 um 12:45 Uhr
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