R.I.P. : Klein & Hummel 1950 – 2009

K&H

Die Hannoversche Allgemeine berichtete unlängst, dass sich der Mikrophon-Gigant Sennheiser dazu entschlossen hat die Traditionsmarke Klein & Hummel in die Kiste zu schicken. Schade kann ich da nur sagen. Offizielle Begründung ist, das der Umsatz hinter den Erwartungen zurückblieb. Rätselhaft, denn im selben Artikel ist die Rede davon das der Umsatz 2008 um 20% gesteigert werden konnte. In Zeiten der allgegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise wären manche Firmen froh solche Zahlen zu haben. Ob man aus der Schließung von K&H deswegen Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Situation von Sennheiser schließen kann, wer weiß… Immerhin sterben nicht die Produkte, die Beschallungssparte geht zu Sennheiser, die Studiomonitore werden in Zukunft von Neumann weiter vertrieben. Warum die Marke K&H verschwindet und dafür jetzt das Label Neumman auf die Produkte kommt ist ein weiteres Rätsel, schließlich ist der Berliner Mikrophon-Hersteller für alles mögliche bekannt aber eben nicht für Monitorlautsprecher. Mit dem Namen verschwindet auch ein gutes Stück Tradition : 30 Jahre lang stellte K&H eine Referenz im Studiobereich dar. 1979 fiel die Entscheidung Lautsprecher und Verstärker sowie EQs ausschließlich für den Profimarkt anzubieten. Modelle wie der O 96 Aktivmonitor gelten als Klassiker, die aktuelle Produktpalette um die O300 ist nach wie vor die Referenz in fast allen Preisklassen.
Das alles wegzuwerfen wird sich eines Tages rächen, vielleicht empfehlen wir ja 2011 dann das Sennheiser U87 zusammen mit den Sennheiser O300 als front- und backend – hergestellt wird das dann aber bei Behringer in China.

„Die Wiedergabe muss so gut sein, dass sie besonders in der Klangfarbe der Originaldarbietung entspricht. Deshalb reden wir von Wiedergabetreue.“ Walter Hummel

Tschüß,
Arne

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11 Antworten auf “R.I.P. : Klein & Hummel 1950 – 2009”


  1. 1 Thomas Römann 18. November 2009 um 17:25 Uhr

    Der Verlust von Klein & Hummel als Marke ist kleines Drama für die tontechnische Kultur in Deutschland.
    Kaum ein anderer Hersteller hat in der jüngeren Vergangenheit so unagestrengt hype-freie Abhörwerkzeuge produziert, die einfach nur funktionierten.
    Sicher, die Produkte wird es weiter geben, selbst die bisherige Produktionsstätte mit den vorhandenen Testräumen bei Hannover soll bleiben.
    Nur ein neuer Name eben, sonst nichts.
    Ich drücke die Daumen, das das Konzept aufgeht und uns die Ihresgleichensuchende Kombination aus handwerklicher tradtion und echter Innovation auch unter dem Neumann Dach erhalten bleibt.
    Während uns Studiomenschen eine Kobination von Beschallung und Studiomonitoring vorkommen mag wie ein Sportwagenhersteller, der auch Sattelschlepper baut und so die Auslagerung der Installed sound sparte zu Sennheiser noch durchaus logisch erscheinen kann, so kann ich mich mit Neuman O500 bisher schwerlich anfreunden.

    Die Erfinder des aktiven Mehrweglautsprechers haben das Abhören nicht nur die Rundfunkszene entscheidend mitgeprägt.
    Ich bedaure sowohl die Entscheidung gegen die Marke K&H als auch das Schicksal der dadurch nunmehr arbeitslosen Mitarbeiter des Lautsprecherherstellers.
    Immerhin die Hälfte des Personals soll nach aktuellen Berichten nicht mehr beschäftigt werden

    Hoffen wir, dass die Entwicklung nicht darunter leidet und wir schon bald eine eine grossartige O600 von Kleinmann & Neuhummel bestaunen können.

    TR

  2. 2 DasDAS 18. November 2009 um 19:20 Uhr

    Word!

  3. 3 Jan 19. November 2009 um 10:21 Uhr

    Ich weiss nicht. Wie schon bei GS geschrieben, werden Monitore mit dem Neumann Label die Marke Neumann ziemlich verwässern… Das Argument zur Auflösung von K+H kann ich nicht da nicht nachvollziehen, ich halte es für Vorgeschoben. Ausserdem sagte Volker Bartels gab den Schritt der Schliessung damit an, die Marke hätte die Erwartungen im Ausland nicht erfüllt. Hier in Deutschland ist sie bei Rundfunk, Fernsehen usw voll etabliert. Auch kenne ich mehrere PA Firmen, die K+H Produkte haben.

    Bevor die Marke zu schliessen, hätte ich erstmal geguckt, ob die Marketingabteilung für’s Ausland ihre Hausaufgaben richtig gemacht hat…

    Naja…

  4. 4 Andro 19. November 2009 um 13:52 Uhr

    … und weiterhin ist ja zu befürchten das die Preise nochmal nach oben gehen, wenn da erst Neumann druffsteht.

    Echt schwach von Sennheiser.

  5. 5 Chris 19. November 2009 um 19:03 Uhr

    Ich habe beim kauf meiner o110 damals sehr schlechte Erfahrungen mit Sennheiser als Vertrieb gemacht (unbegründete Wartezeit von über 2 Monaten für meinen Händler => natürlich auch für mich). Seitdem stand ich dem Sennheiser Vertrieb sehr skeptisch gegenüber, aber das ist echt der Abschuß.

  6. 6 Chris 19. November 2009 um 19:07 Uhr

    Ich glaube übrigens auch, dass einfach die Marketingabteilung versagt hat! Wenn man sich in Internationalen Foren das wenige, aber durchaus vorhandene Feedback zu K&H anschaut spielen sie (selbstverständlich) ganz vorne mit. Nur kennt, gerade in US, glaub ich fast niemand die Marke.
    Dagegen so gehypte aber sündhaft teure PMC schon (die sind schon auch super aber nicht besser als K&H…meiner meinung nach)

  7. 7 Jan Ola K. 23. November 2009 um 12:16 Uhr

    NO FCKING WAY!

  8. 8 Tomorrow 24. November 2009 um 9:54 Uhr

    Tja, wenn ich ehrlich bin wundert mich bei SENNHEISER mittlerweile gar nichts mehr. Ich war jahrelang bei KLEIN+HUMMEL (Stabsstelle)- als K+H noch selbstständig in Ostfildern agiert hat. beschäftigt

    Aus heutiger Sicht weiss ich, dass der damaige Aufkauf von SENNHEISER nicht mit rechten Dingen zuging. Aus rechtlichen Gründen darf ich mich aber nicht näher dazu äußern.

    Das Geschäftsgebaren der Firma SENNHEISER mutet auf mich unseriös an.

    Das Zitat:

    „Die Wiedergabe muss so gut sein, dass sie besonders in der Klangfarbe der Originaldarbietung entspricht. Deshalb reden wir von Wiedergabetreue.“ Walter Hummel

    wurde bewusst auf das Cover des damaligen S02-Studio-Katalogs gewählt.

    Bitter das Ganze

  9. 9 kurt 02. Dezember 2009 um 11:00 Uhr

    denke mal hier hat eindeutig das marketing versagt,
    es ist doch nicht all zu schwer einen namen im internet bekannt zu machen, wenn er dann noch top qualität liefert…aber das war ja mehr die totale zurückhaltung !

  10. 10 Karle 16. November 2010 um 16:17 Uhr

    schade, daß Herr Hummel so früh verstarb. Auch ich war bis 1974 bei K+H war eine schöne Zeit.

  11. 11 armin 10. April 2012 um 13:54 Uhr

    p.p.
    hat jemand von Ihnen zufällig das komplette Schaltbild(mit allen
    passiv+aktiv--Bauteilbezeichnungen von der O96 Box.
    Dann bitte an armin.gackenholz@googlemail.com mailen.

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