D.A.V. Electronics – S.I.P.P. M/S Stereoverbreiterung und Parallelprozessor

D.A.V.S.I.P.P.M.S. – Bei so vielen Abkürzungen wird einem ganz schwindelig. Dabei ist die Auflösung ganz einfach: D.A.V. Electronics haben ein schönes Ding zusammengeschraubt, mit dem sich das Stereobild verändern läßt und auf analoger Ebene parallele Bearbeitung ermöglicht wird. Auf gut Deutsch: Stereo Imaging Parallel Processor. Kurz S.I.P.P.. Und weil das im Mid/Side-Verfahren geschieht, wandern eben auch noch M und S in den Abkürzungswahnsinn.

Das Gerät ist natürlich 2-kanalig aufgebaut und bietet jeweils XLR-Ein- und Ausgang, sowie einen XLR-Insert-Weg. Auf der Frontseite finden sich jeweils ein Input-Gain-Regler und ein Poti, das das Verhältnis zwischen direktem und parallelem Insert-Signal regelt. Außerdem gibts kleine rote Knöpfe, die zwischen M/S und L/R Modus umschalten, eine LED zeigt den Modus an. Die grauen Knöpfe schalten den Insert auf Bypass.

Technisch betrachtet ist der S.I.P.P. grundsätzlich ein Line-Signal-Router. In der L/R-Betriebsart spaltet der S.I.P.P. pro Kanal das Signal und man kann in New-York-Style einen Kompressor in einen Signalweg einschleifen und parallel komprimieren. Oder verzerren. Einfach den Effektanteil regeln, ohne Phasenprobleme wieder zusammen mischen und ab in die DAW.

D.A.V. benutzt den S.I.P.P. zum Beispiel auch als Dual 2-Weg Splitter, indem man die Insert-Wege als Outputs benutzt und ebenfalls mit dem AD-Wandler verbindet. Bei der Vocal-Aufnahme kann dann in einem Weg ein Kompressor eingeschleift werden, man hat aber trotzdem auch das unkomprimierte Signal zur Bearbeitung im Sequencer.

Wie der erste Teil des Namens verheißt, kann der S.I.P.P. eben auch das Stereofeld bearbeiten. Und zwar nicht einfach nur breiter machen, sondern eben auch z.B. im Side-Weg per Insert einen Kompressor und EQ für mehr Höhen einbinden, während im Mid-Kanal die Kickdrum noch ein Pfund Bass mehr bekommen kann.

Mehr Ideen gibts auf der Website, wo sich unter anderem auch ein detailliertes PDF zur Theorie des M/S-Processing findet.

Wer also immer schon mal mit Stereoverbreiterung experimentieren, auf analoger Ebene schnell und einfach parallel bearbeiten wollte oder zur Sicherheit eine unbearbeitete Aufnahme-Variante an Bord haben will, sollte sich den D.A.V. S.I.P.P M/S mal genauer ansehen.

Es lebe Widescreen-Audio,
DasHard

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1 Antwort auf “D.A.V. Electronics – S.I.P.P. M/S Stereoverbreiterung und Parallelprozessor”


  1. 1 DasArne 27. Oktober 2009 um 20:39 Uhr

    habs gerade laufen mit Brent Averill 1272 Dual im Insert – FETT !

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