Native Instruments: The Finger

Tim Exile habe ich im Frühjahr im Kampnagel in Hamburg gesehen, wo er ein barockes Kammerorchester in viele kleine Audioslices zerlegt hat. Die Show kam so richtig in Gange, als er mit dem Percussionisten eine Solosession losbrach – davor mixte sich Klassik und Warpfrickel nicht zu etwas wirklich Interessantem, was der kaum vorhandenen Probenzeit geschuldet sein mag. Mit „The Finger“, dem neuen Kontakt/Reaktor-basiertem Plugin-FX von Native Instruments, kann jetzt jeder schnell und einfach Musik zerhacken, loopen, umdrehen und shreddern, genau wie der Warp Künstler.

Einer der markantesten Unterschiede zu anderen Effektgeräten ist die Möglichkeit, die Effekte über das Keyboard (oder den Piano-Roll-Editor eines Sequenzers) zu triggern. Jeder MIDI-Note auf vier Oktaven ist ein eigener Effekt mit einer anderen Effekteinstellung zugewiesen, und die Reihenfolge des Drückens bestimmt die Effekt-Kette: Bis zu sechs Effekte lassen sich auf diese Weise live verketten und neu kombinieren, um trickreiche Effekt-Routings und rasante Klangeffekte zu erzielen. Effekte werden auf diese Weise musikalisch spielbar wie ein „echtes“ Instrument.
Bei der Verwendung von THE FINGER als Effekt-PlugIn im Sequenzer lassen sich die gedrückten Noten im Piano-Roll-Editor aufzeichnen (oder einzeichnen), wodurch die Effekt-Routings in einer komplett neuen, intuitiven Form editiert werden können.

Die außergewöhnliche Live-Spielbarkeit des Effektgeräts und die Vielzahl an Spezial-Effekten eröffnen ein nahezu grenzenloses Potenzial für kreative Soundmanipulationen, die gleichzeitig so viel Spaß machen wie nie.

Die Haptik und der lockere Flow der Effektverbindungen dürfte dabei das interessante sein, denn klanglich läßt sich ähnliches mit Freeware wie Glitch realisieren.

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Finger-licking-good,
DasDAS

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2 Antworten auf “Native Instruments: The Finger”


  1. 1 Chill Musik 21. September 2009 um 12:39 Uhr

    Scheint ja wieder eine innovative Sache zu sein, was sich Native Instruments da ausgedacht hat. Ich muss aber gestehen, dass ich kaum noch mit den ganzen Updates mitkomme, die sie ständig auf die Konsumenten ablassen.
    Meiner Meinung nach ist es schwer genug, wenn man sich allein mit Reaktor gut auskennen will. Ganz zu schweigen von den Komplete Produkten, von denen ich Nr. 4 habe. So viele Instrumente, die man fast unmöglich komplett ausschöpfen kann.

  1. 1 Native Instruments: The Finger « DIGITAL AUDIO SERVICE | Blog Germany - Easy anda Fast Blog Search Pingback am 18. September 2009 um 8:20 Uhr
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