The Biz: Digidesign und die einsame Insel

Digidesign Island

Digidesign, die Firma hinter ProTools und Gründungsväter der computergestützten Audio-Produktion verlor ihm Juni einen ihrer besten Köpfe, Dave Lebolt. 15 Jahre lang war Lebolt “, der zuletzt Senior Vice President und Chief Technology Officer war, „Mr. Digidesign“ – das Gesicht der Firma. Sein Ausstieg war die Krönung eines Exodus von Digidesign-Personal, der sich die unter Feuer stehende Firma ausgesetzt sah. Die Börsenkurve der Mutterfirma Avid ähnelt einer Talfahrt in den Alpen, minus der guten Aussicht.

Lebolt verlies Digidesign und wechselte zu der Boomcompany schlechthin, Apple. Nach eigenen Angaben wollte er nicht wie der letzte „Dinosaurier“ in der Firma bleiben, was nach einiger Zeit im selben Job seiner Aussage wohl passiert. Spannend ist jedoch folgenden Aussage aus einem Interview mit prosoundnews.com:

“Open standards will drive customer interoperability. Avid, Apple and other companies have customers that want their [projects] to work together. The days of total islanding are over; that doesn‘t work very well for customers. That’s a good trend to look at together with an overall consolidation in our business.”

Hier stellt er ein Problem von Digidesign dar: „Total Islanding“, die absolute Verinselung ist etwas, dass Digidesign ja zur Genüge betrieben hat, ja die Grundlage des Businessmodells ist. Allein die Tatsache, dass Audiointerfaces „M-powered“ sein müssen, um Pro-Tools LE zu verwenden, verhinderte Öffnung der Plattform. Im Zeitalter von flexiblen, plattformübergreifenden Sequenzern wie Ableton Live (bald auch mit MAX Integeration) und Apples „Alle-müssen-mit“ Logic-Angeboten wirkt das anachronistisch. Offene Formate sind das neue Mantra der Branche und Systeme wie ProTools, die auf eigener Hardware und eigenen Plugin-Formaten beruhen, tun sich mit dem Wechsel schwer.

Wie ein Brancheninsider meinte: „Seems that the Digi island is getting a lonely place!“

DasDAS

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6 Antworten auf “The Biz: Digidesign und die einsame Insel”


  1. 1 Jan 07. August 2009 um 16:26 Uhr

    Jungs, das is doch schon Monate her :)

  2. 2 Jan 07. August 2009 um 16:30 Uhr

    Zur Verinselung habe ich mal das Volk in Berlin gefragt, warum Digi nich das Protokoll für die Controller für alle freischiesst. Was da kam, war Marketing Gewäsch: „Man würde dann nie die Tiefe erreichen, die die Controller an PT8 erreichen…“ (sinngemaess)… Naja. Mal sehen, wann die von „SALES! SALES! SALES!“ aufwachen und ihr System renovieren. Hardware für 50k für ne Leistung, die jeder 8 Core Rechner toppt, zahlt heute keiner mehr. Erst Recht in Zeiten der Wirtschaftskrise und no-Budgets bei Plattenfirmen.

  3. 3 Jan 07. August 2009 um 16:32 Uhr

    In die Converter-Bresche springt SSL mit seiner ProConvert Programm-Linie. Aber ist halt noch nicht perfekt – aber n guter Weg, solange die Sequencer kein Nachfolgeformat zum arg beschränkten OMF bieten.

  4. 4 DasDAS 07. August 2009 um 17:21 Uhr

    @Jan: Yeah, old news, aber das Interview war neu und mir ist das Thema „offene Formate“ wichtig. Da will ich in Zukunft noch mehr drüber hier posten.

  5. 5 audionerve 07. August 2009 um 23:30 Uhr

    Ich hoffe und drücke alle Daumen, dass die endlich mal alle aufwachen. Das ist ja schon fast wie im Musikbusiness…

  1. 1 Apple stellt Snow Leopard vor « DIGITAL AUDIO SERVICE Pingback am 26. August 2009 um 12:03 Uhr
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