Archiv für Juni 2009

Gamesound: InFamous Soundtrack

Wired.com haben ein schönes Making Of des Soundtracks zu dem Play Station 3 Spiel „InFamous“ gefilmt. Amon Tobin und die Mitarbeiter Sony Music Division benutzen dabei viele Alltagsgegenstände und nicht-Instrumente, um den Soundtrack an die düstere Atmosphäre des Anti-Superheldenspiels anzupassen.

To create a unique soundscape that matches up with the ruined urban environments and desolate atmosphere of the recently released PlayStation 3 game, the sound engineers and musicians at Sony drew sounds and music out of a wide variety of found objects and musical instruments used in unorthodox ways.

Stringed instruments like zithers and cellos were used for percussion. A violin bow drawn over a garbage can lid produced a haunting wail. In the hands of well-known composers like Amon Tobin and Sony’s internal music staff, a room full of unlikely objects were coaxed into giving up one of the most intriguing game soundtracks in recent memory.

Da ich keine PS3 habe, kenne ich das Spiel nicht und der Trailer klingt mir eher nach Symphonic Orchestra doch vielleicht habt ihr ja eine Möglichkeit, euch von der Musik im Spiel einen besseren Eindruck zu machen.

My Superpower? HREF!
DasDAS

Die Droge Jazz

Jazz die Droge

In den 20er Jahren war Jazz der Crazy Frog, Fifty Cent & Burzum in eins und brachte eine ähnliche Media Panic hervor wie seine modernen Kollegen. Das wunderbare Blog The Hope Chest hat diesen Hetzartikel hervorgekramt: alles drin, was auch heute über fast jede neue, Untergrund basierte Musikrichtung geschrieben wird. Lest den Artikel hier in voller Länge.

Just say no to Jazz,
DasDAS

Apple lernt schnell…

Neue Macs

Nach den entsetzten Reaktionen von Musikern, Fotografen und Filmern über den Verzicht auf Firewire beim neuen Unibody MacBook (weswegen ich mir ein Weißes gekauft hab)hat Apple schnell reagiert: das alte, weiße MacBook darf als einziges diesen Namen tragen, die neuen MacBooks werden zum „Pro“ erhoben und bekommen einen Firewire 800 Port sowie einen SD-Karten Slot. Insgesamt werden die Preise sogar gesenkt und die Leistung aufgebohrt. Hervorragend!
Mit der Ankündigung, das Snow Leopard, das neue OS für Leopard Besitzer nur 30$ kosten wird, eröffnet Apple den Betriebssystem-Krieg gegen Windows 7 vom denkbar besten Standort: ein gutes, stabiles OS zu einem unschlagbar günstigen Preis, ohne Versionwirrwarr.

My Money is Apple,
DasDAS

Preview: EOS Reverb

EOS Reverb

Audio Damage, die PlugIn Schmiede um den Grumpy Audio Blogger Chris Randall und seinen Tech-Sidekick Adam haben ein neues Plugin draußen, den ENO-esken Hall EOS.

Eos consists of three high-quality custom-designed reverb algorithms, made with the modern production environment in mind. Two different plate simulators and our own Superhall algorithm give you a broad palette of reverb, and the easy-to-understand interface makes adjusting the algorithms to suit your track incredibly simple.

Want a traditional dark plate reverb? Eos can do that. How about a short, dense room sound for your drum buss? Not a problem. But where Eos really comes in to its own is when you drop Superhall on your piano or synthesizer tracks. The incredibly long modulated hall sounds of Eno-style ambience are where Eos thrives, something that is made of unobtanium with convolution ‚verbs. Quite simply, an impulse response can not do what Eos does.
» Three custom-designed algorithms: Plate 1 (mono in, stereo out), Plate 2 (true stereo), and Superhall (true stereo) built with modern production in mind.

» All standard reverb controls, including modulation rate and depth, attack, diffusion, and full control over the EQ and multipliers of the reverb tail.

» Infinite control for „freeze“ effects.

» Unique visual controls designed for quick and easy programming.

» Low CPU usage compared to other algorithmic reverb plug-ins, and far lower than the average convolution ‚verb.

» Full MIDI learn for hardware control of most parameters (VST only).

Das Reverb bietet praktisch instant-“Musik for Airports“ und könnte sich als Special-FX Reverb im PlugIn Rack etablieren, wenn ruhiger und epischer Klang gewünscht ist. Test bald hier.

DasDAS

Review: Stillwell The Rocket

Stillwell the rocket

Einen guten Kompressor auf Software-Basis herzustellen ist eine schwierige Angelegenheit, weswegen jeder, der es sich leisten kann, aufAPI 2500, Cranesong Tracker, 1176 oder ähnliches Hi-End Gear zurückgreift. Ein Problem ist die Zugriffsgeschwindigkeit, die Schnelligkeit mit der ein Kompressor zupacken kann. Oft greifen Software-Kompressoren nicht flink genug, um z.B. eine schöne AC/DC „Fupp“ Bassdrum hinzubekommen, vom klanglichen Charakter eines „meiner Katze liebstes Schlafplätzchen“ raumwärmenden Röhrenkompressors ganz zu schweigen.

Stillwell treten nun mit „The Rocket“ an, um gehörig Arsch zu treten und versprechen Mojo für Mixbuss und Instrumente. Ich habe ihn lange (ca. 3 Monate) und intensiv getestet und bin auch nach dem Ablauf der Honeymoon-Phase begeistert!

Dabei hatten wir beide zuerst Annäherungsschwierigkeiten, da ich das düstere „brushed Aluminium“ Design mit glimmenden Lichtern und pseudo-VU-Metern eher störend empfand. Ich mag nüchterne Plugins, die übersichtlich sind, wie z.B. die alten Waves Renaissence Geräte oder alles von Ableton. Besonders VU-Meter in Plugins erzeugen bei ähnliche Reaktionen wie Röhren im Sichtfenster. Pfui!

Doch schon beim Durchsteppen der Presets war ich versöhnt: wer ernsthaft ein Preset NME: 5 Stars „Edgy“ nennt oder Sex, Drums & Rock‘n'Roll spricht meine Sprache. Und ehrlich, besonders das NME Preset demonstriert auf z.B. einem Drumloop die Power des Rocket: wie beim „All-Buttons-In-Mode“ des 1176 ächzen und pumpen die Drums auf Schönste und der Noisefloor fliegt in den Himmel!

Die Kontrollen sind dabei zunächst Standard: Threshold, Makeup Gain (mit Auto-Funktion), Attack/Release, Ratio über vier wohlbekannte Knöpfe, High Pass Filter. Eigen ist der Regler „Impetus“, eine Analog-Simulation für ordentlich harmonische Verzerrungen im Signal. Zusammen mit dem wunderbar betitelten Knopf „Decadence“, der das Oversampling zur Vermeidung von Artefakten einschaltet, ergibt sich einer der besten Zerrer in der nativen Plugin-Welt. Gern benutz ich ihn um z.B. Sample Streicher mehr Leben zu verleihen.

Praktisch ist der Regler für parallele Kompression: damit läßt sich ein völlig gecrushtes Signal zu dem Originalsignal dazumischen, was die Dynamik erhält, aber den Druck erhöht und den Charakter der Musik schärft.

Da ich viel unterwegs arbeite und deswegen nie Outboard mitnehmen kann, war ich begeistert davon, einen derart formenden Kompressor dabei haben zu können, um z.B. aus einem samplebasierten und damit recht klar (oder booooooooring!) klingenden Rock-Track eine schmutzige Garagennummer machen zu können – sehr zum Leid diverser Old-School Tonmeister, aber zur Freude der Hörer.

Die euphonische Rundheit und Lebendigkeit eines API 2500 oder SSL Buscomp erreicht der Stillwell natürlich nicht. Da ist nochmal eine höhere Liga an Mojo und Atem am Start, für die man aber auch entsprechende AD/DA Wandler braucht, um sie zu Nutzen. Aber er kommt dem Ideal durch die Kombination aus Zerrer und schneller Kompression verdammt nah und eignet sich auch für bestens ausgestatte Studios hervorragend als klangformendes Werkzeug. Ob er auch sanft kann, weiss ich tatsächlich auch nach 3 Monaten nicht – zu sehr ist er bei mir als Krachmacher im Einsatz, als dass ich Lust auf neutrale Verwendung hätte.

Aber hört selbst und ladet euch das nicht zeitbegrenzte, voll-funktionsfähige Demo runter. Die Lizenz ist mit 49$ unschlagbar günstig.

Stillwell haben noch einige weitere interessante Plug-Ins in ihrem Roster, die ich in der nächsten Zeit testen werde.

5 Stars,
DasDAS

Buchtipp: Handmade Electronic Music: The Art of Hardware Hacking

Hacking audio

Wer keinen Bock mehr auf Klaviatur-bewehrte und damit auf ich-bin zwar-kein-Klavier-aber-spiel-mich-trotzdem-so-
Synths und ähnliche Kreativitätsbehinderungen hat sollte hier mal reinschauen. Auch wer drauf aus ist sich eigene elektonische Krachmacher zu basteln oder Hifi- und andere Spielzeuge zweckzuendfremden ist hier richtig. Alles fern ab von den ausgetretenen Pfaden der Industrie und den bekannten Hit-Fabriken.

Das Buch wendet sich an Einsteiger, wer nix über Elektonik weiß ist hinterher schlauer ohne eine einzige Formel gesehen zu haben und ohne halbes E-Technikstudium. Wer nicht löten kann, lernt es hier. Fortgeschrittene kommen auch auf Ihre Kosten, getreu dem Motto „da stauntder Laie und der Fachmann wundert sich“. Die Kosten für die vorgestellten Projekte halten sich auch in Grenzen, was auch für die verwendeten Werkzeuge gilt. Die beiligende CD gibt darüber hinaus Entscheidungshilfe welche Sachen sich individuell lohnen und welche nicht.

Wer also schon immer mal wissen wollte wie sich gefrierendes Wasser anhört oder wie man aus einem Lautsprecher und etwas Abfall einen Synth baut ist hier richtig.

Stay home – make noise !

Arne

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