Insidertipps: Killerkompression mit Telefunken CN750 High Com

Telefunken
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Telefunken brachte Anfang der 80er Jahre ein mehr oder weniger erfolgloses Konkurrenzsystem zu Dolby und Konsorten auf den Markt welches Bandmaschinen und der CompactCassette das Rauschen abgewöhnen sollte. HighCom funktioniert (ähnlich wie DBX oder eben Dolby) Double-Ended, das heißt das Programmsignal muss sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe durch den Prozessor laufen damit das System arbeiten kann. Das Ganze unterscheidet sich im Einzelnen nicht großartig von der Konkurrenz: Im Aufnahmeweg wird der Höhenanteil des Programmsignals relativ stark komprimiert um auf dem Band insgesamt mit höherer Aussteuerung Platz zu finden und somit das Rauschen minimiert. Beim Abspielen läuft das Signal durch einen Expander der (versucht !) die ursprüngliche Dynamik wieder herzustellen. Wie gut oder wie schlecht das funktioniert kann sich jeder vorstellen, der sich damals mit Tapedecks und ähnlichenmagnetischen Medien beschäftigt hat und die Finger nicht von der Dolby B-, C- oder DBX-Taste lassen konnte.

Was nützt das heute ? In Zeiten von 24Bit/96 KHz landen stand-alone Rauschunterdrückungen auf dem Sperrmüll oder bei Ebay wo sie dann auch für den berühmten Euro nicht weggehen. Für Freunde von super-trash Kompression sind solche Kisten aber ein echter Tip. Das CN750 macht dem Listen-Mic Kompressor von SSL oder dem 1176-all-in-mode ernsthaft Konkurrenz vor allen Dingen geben die Linepreamps in dem Ding noch eine herrliche Zerre von sich wenn man mit +4dBu da reinbrät. Um den Effekt zu erreichen benutzt man lustigerweise nur die Expanderseite, der Kompressor ist eigentlich nur ein Bassdieb. Das ganze funktioniert ohne Mods oder sonstiges Lötkolben-Gefuchtel – man braucht nur Adapter von Klinke auf Cinch.

Brutale Drum-Subgruppen gelingen ganz einfach, man muss nur den richtigen Pegel finden und los gehts. Macht Laune und gibt es bei Ebay für schmales Geld oder an manchen Ecken auch geschenkt.

Bratz !

Arne

P.S. Danke an Lars für die Kiste !

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11 Antworten auf “Insidertipps: Killerkompression mit Telefunken CN750 High Com”


  1. 1 ludwig 12. Mai 2009 um 13:42 Uhr

    das klingt extrem spannend & mach die direkt lust auf eBay-Stöbereien…danke für den Tipp! ;-)

  2. 2 Chill out Musik 13. Mai 2009 um 8:30 Uhr

    Na dann schaue ich doch gleich mal, was ebay so zu bieten hat und bratze auch mal ein bisschen rum damit.

  3. 3 Anonymous 22. Mai 2009 um 1:19 Uhr

    super tip

  4. 4 Kassabrot 09. Juni 2009 um 15:43 Uhr

    Des Teil is einfach der Hammer!
    jetzt klingt meine MPC wie ne SP1200. ;) Fett!
    Vielen Dank für den Tip!

  5. 5 DasDAS 09. Juni 2009 um 20:50 Uhr

    Kassabrot: hast du Lust, einen vorher/nachher clip zu posten?

  6. 6 Kassabrot 22. Juni 2009 um 1:13 Uhr

    Hy!
    Hat ein bisschen gedauert, aber hier ein paar Beispiele.

    Beispiel Numero Uno is der Drumloop direkt von einer MPC200XL aufgenommen.
    1.Beispiel

    Beim zweiten hab ich den Loop durch den CN750 gejagt, jedoch ohne das HighCom einzuschalten. Mit „Bypass“ wenn man es so will.
    2.Beispiel

    Im Blog hast du geschrieben dass man den richtigen Pegel finden muss. Hab einige Einstellungen versucht, mir kam aber vor dass der Eingangspegel keine grosse Auswirkung hat.
    Im dritten Beispiel hatte ich die Einstellung 50:50.
    dh. MPC und Ausgangspegel CN750 ungefähr gleich.
    3.Beispiel

    Beim vierten Loop hab ich alle Signale einzeln durch den CN750 geroutet und im Sequenzer dann summiert.
    4.Beispiel

    Mein Fazit:
    Allzu fett komprimiert das Teil jetzt nicht, aber es schluckt anständig Höhen weg, auch klingts ein bisschen nach bitcrush,
    aber alles irrsinnig geil!!! Trash halt!
    Plötzlich klingen die durchgejagten Drums ein wenig nach Sp1200. Um das mit Software zusammen zu bekommen muss man schon viel Zeit investieren.
    Auch find ich die einzelnen durchgejagten Drumsounds klingen feiner als der Drumloop.

    Aber das soll ja jeder für sich entscheiden!

    Soviel dazu und viel Spass mit den Beispielen
    wünscht Kassabrot

  7. 7 bratz 12. November 2010 um 14:42 Uhr

    Finde ich klasse das ding

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