MP3 klingt besser als WAV?

Audio Lemon

Über Schönheit des schlechten Klanges könnte ich als Fan von Bitcrushern, Analog Delays und Billigmikrofonen stundenlang schwadronieren, doch diese Studie erzeugt Frust: Johnathan Berger testet die Hörgewohnheiten seiner Studenten am MIT seit Jahren und kommt zum Schluß, dass mies encodierte MP3s oft als besser klingend wahrgenommen werden:

Berger then said that he tests his incoming students each year in a similar way. He has them listen to a variety of recordings which use different formats from MP3 to ones of much higher quality. He described the results with some disappointment and frustration, as a music lover might, that each year the preference for music in MP3 format rises. In other words, students prefer the quality of that kind of sound over the sound of music of much higher quality. He said that they seemed to prefer „sizzle sounds“ that MP3s bring to music. It is a sound they are familiar with.

Es handelt sich wohlgemerkt um Musikstudenten, d.h. nicht Otto Normalsteckhörer. Ich persönlich werde mich nie an phasende Hihats und dünne Bässe gewöhnen, doch freu mich darüber, dass ich mir keine Gedanken mehr über die Anschaffung von DAD-Wandlern machen muss. Ich encodier eh alles mit 128 auf schnell, damit ich den begehrten Zischsound hinbekomme.

Qualität kommt von Qual,
DasDAS
via Audio Lemon

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18 Antworten auf “MP3 klingt besser als WAV?”


  1. 1 Arne 12. März 2009 um 18:03 Uhr

    hups – ich war gerade bei McDonalds

  2. 2 Jan 12. März 2009 um 19:59 Uhr

    Har har. Ich denke mal, es wird auch viel mit Adaption zu tun haben. Wenn man früh mit „Scheisse“ aufwächst, akzeptiert man es irgendwann. Die jüngeren Generationen finden ja auch Gerichtshows und Daily Soaps völlig erträglich bis toll, während jeden, der mit anspruchsvollem Vorabendprogramm wie Knight Rider und A-Team aufgewachsen ist, bei Soaps und Salesch immer noch der Brechreiz auf’s Neue befällt. :)

  3. 3 Arne 13. März 2009 um 21:46 Uhr

    na ja die gute alte Kompaktkasette hat sich ja damals auch durchgesetzt, klanglich gesehen ist das ja auch eher die untere Schublade. Von Vinyl wollen wir ja gar nicht erst reden, da tritt man ja inzwischen einigen Liebhabern ernsthaft auf die Füße wenn man die Qualität kritisiert.
    Die gute alte CD ist inzwischen klanglich auch nur noch ein Kompromiss.
    Der Massenkonsument orientiert sich halt an anderen Eigenschaften eines Tonträgers als an den klanglichen. Das war eigentlich schon immer so und wird sich auch nicht groß ändern.

    Und das man jetzt im Studio getrost auf HighEnd verzichten kann weil das Medium der Stunde nun mal mp3 ist halte ich für ziemlichen Nonsens.

  4. 4 DasDAS 16. März 2009 um 12:36 Uhr

    Aber hier geht es ja um den spezifischen Sound eines Mediums, der für besonders angenehm empfunden wird und nicht um die Handlingeigenschaften. Da ist es interessant, das Fehler, wie Alias-Effekte als „gut“ empfunden werden, ähnlich des Knackens einer Platte.

  5. 5 micha 16. März 2009 um 12:56 Uhr

    Wie traurig ist das denn ?
    Das sind Musikstudenten !!!
    Ich finde es sollten keine MP3s kleiner als 320 in den Handel und in den Umlauf kommen um wenigstens noch ein bisschen Qualität zu haben. Aber Im Radio wird die Musik totkomprimiert, im Itunes Store wird die musik kleingequetscht, und wenn ich so sehe auf welchen 0815 Lautsprechern musik gehört wird dann wird einem klar, warum die Leute die schlechte Qualität akzeptieren oder für besser bewerten. Sie kennen es nicht anders… Musikhören war für mich immer ein genuß, zuhause auf einer schönen anlage in der richtige lautstärke (nicht zu laut). Dadurch bin ich zur musik gekommen, zum Musiker geworden, zum Recorder, zum Mischer und zum Masterer…

    Traurig was mit unserer Musik passiert !!!
    Micha

  6. 6 Liedschatten 21. März 2009 um 0:57 Uhr

    das ist ähnlich wie mit dosenfutter.
    hat man sich erst dran gewöhnt, schmeckt es besser als bio:-)

  7. 7 elm 09. Juli 2009 um 2:38 Uhr

    @Arne: Sorry, aber die Erklärung für die Aussage:

    „Die gute alte CD ist inzwischen klanglich auch nur noch ein Kompromiss.“ würde ich gerne mal hören. ^^

    Wen dies genauer interessiert, der kann sich gerne mal das Shannon&Nyquist-Theorem u Gemüte führen.
    Und ich wage es zu bezweifeln, dass wir mit heutigen Musikrichtungen auch nur annähernd an den möglichen Dynamikumfang einer CD herankommen.

    Und ob nun MP3s mit 128 oder 320 komprimiert werden ist völlig egal, wenn der Encoder nix taugt. Ein 128-MP3 kann mit der richtigen Komprimierung richtig gut klingen, aber das bekommt man eben nicht iTunes-Store. Das Problem ist ja: Die Leute erfahren nicht, wofür sie da bezahlen. „128er MP3″, oder „320er MP3″ sagt nämlich nur eins: nichts. Mit Qualität at dies noch lange nix zu tun.

    Sorry für das geklugscheissere, aber ich wollte da auch gerne mal meinen Senf dazu geben.

    Viele Grüße,

    elm

  8. 8 DasDAS 09. Juli 2009 um 4:01 Uhr

    @elm:
    Mein Akustikprofessor, ein alter Tonband-Head, sagte immer, wenn er eine Ming-Vase geschenkt bekommen würde, dann lieber die, die nicht in erst in 44.100 Teile zerbrochen wurde und wieder gekittet worden ist.

    Besonders im Vergleich zu einer guten Tonband- oder 24Bit/96Khz Aufnahme sind eindeutig Unterschiede hörbar – wobei auch beim Musikproduzieren für mich die Bitzahl eindrucksvollere Unterschiede als die Samplingfrequenz (wobei ich Oversampling bei den meisten Plugins aktiviere) macht. Deswegen ist die CD durchaus ein Kompromiss – ich bin immer ein bischen traurig, wenn ich auf 16Bit runterdithere.

    Aber du hast Recht, die CD sprengt eh die meisten Wohnzimmer mit ihrer Dynamik, wenn sie voll ausgereizt wird. Die LP (ein exzellentes, gehörfreundliches Tiefpasssystem mit großer Abtastrate und „Bit-Tiefe) bietet da einen guten Kompromiss aus Dynamik und Klang, wenn die Betriebsgeräusche nicht wären. Doch die sind ja mindestens so beliebt wie die kleinen Geister auf den Hihats bei MP3s heutzutage. :-)

  9. 9 elm 09. Juli 2009 um 23:49 Uhr

    Öhm… ich meinte mit Dynamik nicht die Lautstärke, sondern die mögliche Spanne vom leisesten bis zum lautesten Ton. Und dazu benötigt man schon traditionelle Orchestermusik, um eine CD alt aussehen zu lassen.

    Mach doch bei Gelegenheit mal den gleichen Test wie ich: Tonandaufahmen und Schallplattenaufnahmen auf CD bringen und den „Unterschied“ hören. Das ein Tonband auf Grund von Bandsättigung anders klingt ist mir schon klar, aber dabei handelt es sich ganz simpel nur um – für uns angenehm klingende – Verzerrungen, wie es beim Röhrenmikrofon auch der Fall ist. Wer es mag, ok. Ist aber nichts was man nicht 1:1 an einer DAW nachbauen könnte.
    Der Tiefpass der Schallplatte endet spätestens im Phono-Eingag durch 10dB Bassanhebung, der Unterschied ist mit demnach noch nicht klar (vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden). Demnach ergeben sich für mich bis auf die „Betriebsgeräusche“ (ich weiß, was du meinst, *knack*, *kratz*, *knirsch* ^^) keine Unterschiede zwischen Schallplatte und CD.
    Deinen Akustikprofessor verstehe ich auch, aber (Rundungs-) fehler beim Zusammensetzen sind meiner Meinung nach dank dem Cyclic redundancy check der CD unmöglich.

    Ich verstehe die Abneigung gegenüber digitalem Equipment durchaus, aber ich Frage mich, ob wir hier nicht gerade versuchen, die letzten Hexen zu verbrennen.

    Ach ja, bevor mich gleich alle hassen: Ich besitze übrigens keine MP3s. Der Unterschied ist meiner Meinung nach deutlich hörbar und ich habe auch keine Speicherengpässe. =)

  10. 10 DasDAS 10. Juli 2009 um 1:43 Uhr

    @Elm,
    Genau, ich meinte auch den Dynamikumfang: der ist bei einer CD für den Hausgebrauch bei Klassik meiner Erfahrung nach kaum mietwohnungtauglich. Ich zumindest hab die Fernbedienung immer griffbereit, um nachzuregeln.

    Die Schallplatte hingegen hat einen Dynamikumfang von ca. 40 dB, abnehmend zur Mitte hin, während die CD konstant 96dB bietet. Deswegen sind Klassikaufnahmen auf Platte „natürlich“ komprimiert (fff oder ppp sind nicht realisierbar). Die Tuttiattacken der Berliner Symphoniker bleiben meinen Nachbarn erspart und ich muss nicht an Boxen knien, um den pianissimo Querflöten zu lauschen. ;-)

    Der gesammte Vorgang der Plattenherstellung bis zur Wiedergabe arbeitet als Tiefpass – so müssen auf Grund von Eigenresonanzen der Schneideköpfe hohe Frequenzen weggefilter werden (zwischen 15-19KHz). Da das im Werk mit hochqualitativen Filterstufen passiert, waren diese den Filtern zumindest der frühen A/D Wandlern überlegen. Doch auch heute in Zeiten von überkomprimierten Mastern mit R‘n'B Höhen bei Rockproduktionen lohnt sich der Griff zur Platte, da diese meist wesentlich weicher klingt, da die Tiefpassfilter früher als bei der CD greifen (siehe z.B. Radiohead „Amnesiac“ – Wahnsinn!).

    Wegen dieser Gründe klingt eine Schallplatte nie wie eine CD – besser oder schlechter hängt dabei von vielen Faktoren ab. Dein Test ist mir etwas unverständlich, da dieser auch eine AD/DA Wandlung beinhalten würde – dadurch wären wir wieder bei einem anderen Hörerlebnis.

    Ich kenn aber genug Studien zu Blindtesten über Medienpräferenzen – meist waren es die Eigenklänge des Mediums, die für das Groß der Probanten den wertenden Ausschlag gaben, und nicht Dynamik oder Frequenzumfang. Obige Studie ist ein interessanter Beweiss für die Schönheit des tontechnisch gesehen „schlechten“ Klanges, des Fehlers (Bandrauschen, Plattenknistern, MP3 Zischeln).

    Mein Prof meinte übrigens definitiv nicht Bandsättigung, sondern eine perfekt ausgesteuerte Bandmaschine, die seiner Aussage nach den gleichen Dynamikumfang wie eine CD bietet, ohne jeh in die Sättigung zu fahren. Er meinte, damit sogar die CD übertreffen zu können, wenn er sie persönlich kalibriert – ich glaub ihm die kleine Angeberei aufs Wort. Besonders da die in niederen dB Regionen eine garstige Auflösung (16Bit) bietet, wodurch die theoretischen 96dB seiner Aussage nach nie erreicht werden. Deswegen hat er auch die DVD/Super Audio CD begrüßt, als neues Hi-End medium mit angemessener Bitzahl.

    Schöne Diskussion!

  11. 11 elm 10. Juli 2009 um 19:30 Uhr

    @DasDas: Ich habe deinen Professor und die Bandsättigung nicht in Zusammenhang gebracht, ich glaube, da hast du mich falsch verstanden. ;)

    „Besonders da die in niederen dB Regionen eine garstige Auflösung (16Bit) bietet, wodurch die theoretischen 96dB seiner Aussage nach nie erreicht werden.“

  12. 12 DasDAS 11. Juli 2009 um 5:19 Uhr

    @elm,
    wunderbar, wie Mißverständnisse für anständiges Fachsimpeln sorgen!

  13. 13 Anonymous 09. September 2009 um 13:38 Uhr

    @arne
    Das Vinyl schlechter klingt kann man so nicht sagen,
    eine neu gepresste LP klingt genausogut wie eine CD,
    jedenfalls solange sie noch keine Kratzer hat.
    MP3 hat vorallem ein Problem: die Komprimierung wurde für
    den Durchschnittshöre optimiert! Finde es klingt bei
    tiefen Bitraten einiges schlechter als WAV.

  14. 14 DasArne 09. September 2009 um 16:49 Uhr

    @anoymous
    nee so pauschal kann man das nicht sagen da gebe ich Dir recht.
    Es gibt aber immer eine objektive und eine subjektive Meinung.

    Fakt ist das bei Betrachtung der technischen Eckdaten die Vinyl-Platte gegenüber der CD eindeutig verliert. Andererseits empfinden viele Menschen (und zu denen gehöre ich auch) den Klang der Schallplatte als angenehmer.

    Bei mp3 darf man außerdem nicht vergessen das der Klang auch wesentlich vom verwendeten Encoder abhängt und nicht nur von der Bitrate.

  15. 15 Mark 15. September 2009 um 1:26 Uhr

    Moin leude!

    falls jemand ernsthaft Interesse an einem Blindtest haben sollte, gibt es hier gerade ein sehr aktuelles Ding.

    http://www.subconsciousmind.ch/workshops/various/mp3-showdown-hq

    Also die 128 tracks kann ich bei den beispielen ziemlich schnell raushören, aber der rest ist doch schon nich so leicht, jedenfalls für meine Ohren.

    Sind mit dem Lame Encoder converted..klar technisch wird bei mp3 oben immer was weggeschniotten, aber ob man eine gut encodete 320 mp3 noch von einer wav unterscheiden kann, wage ich anhand dieser tests zu bezweifeln, oder mein gehör ist einfach nur schon total kaputt..lol

    glaub ich aber nicht ;)

    schauts euch mal an, is echt interessant imo..

    gz Mark

  16. 16 Toben 13. Januar 2010 um 9:38 Uhr

    Vor ca. 1-2 Wochen kam auf nem deutschen Sender ein Bericht über einen deutschen Plattenspieler-Hersteller, der selber neu Vinyl-Platten herstellt. Sie haben ein eigenes Tonstudio, wo sie nun selbst wieder Aufnahmen produzieren. Es wurde aufgezeigt, dass die digitale Klangqualität nie an Vinyl herankommt, weil ganze Frequenzsegmente gar nicht auf der Aufnahme sind, bzw. einfach nicht da sind. Ob’s an der Massenware liegt, oder schlichtweg, dass die digitalen Abspielgeräte des gar nicht schaffen, weiss ich nicht mehr.

    Er demonstrierte dies auch gleich mittels eines RealTimeDiagramms. Das eine auf CD, das andere auf Vinyl.

    Es war beeindruckend, wie auf dem Diagramm ersichtlich war, wie eben die ganzen Untertöne, bzw. Untertonsegmente gar nicht auf dem digitalen Medium drauf waren.

    Die VinylPlatte hat viel mehr Dynamik, als eine CD aber auch als eine Mp3. Es war ja ein Spezialist und er erklärte es so.

    Wenn man also eine Lieblingsmusik hat, kann es sogar sein, dass man die nicht mehr so toll findet, weil eben ganze Tonsegmente fehlen. Also ab einer gewissen Frequenz ist auf der digitalen Skala nur noch ein Strich, wo’s auf dem Vinyl nochmal aussieht, wie ein ganzes Musikstück selbst. Es ist schwierig zu beschreiben. Ich bin ja auch kein Spezialist.

    Aber kurzum, es werden einfach unzählige Frequenzen auf der digitalen Aufnahme gar nicht mitgegeben, was aber bei nem VinylMitschnitt der Fall ist. Das ganze Klangbild sieht komplett anders aus, bzw. auf der digitalen Aufnahme ist ein Teil, wie weggeschnitten. (Dass es mit der digitalen Abspielquelle zu tun hat bezweifle ich, da dieser Test in einem 1a Tonstudio gemacht wurde, wo nur Hightech Geräte standen. Und der Typ da war ein Spezi. Er meinte, dass dies einfach an der digitalen Herstellung an und für sich liege.)

    Es scheint ja klar, dass die digitale Musik ja auch digital aufgenommen werden kann. Aber eine Rockbandaufnahme ist auf Vinyl eben besser, da dort das ganze Klangbild einfach mitgeschnitten wird, mittels Vibrationen.

    Er demonstrierte des mittels einer Zappa Platte, bzw. Aufnahme.
    Deshalb wird das Vinyl auch wieder aufkommen, natürlich nur für Liebhaber. Aber Trance muss auch nicht auf Vinyl. Trance etc. ist aber auch nicht die einzige Musik. Das Gute ist, dass man eigentlich mit jedem Plattenspieler diese Quali hinbekommt, wenn die Nadel was wert ist. Klar die Anlage ist sicher auch entscheidend. Aber, was nicht da ist, kann auch nicht wiedergegeben werden.

    Das war bei diesem Bericht klar ersichtlich.

    Ich staunte nicht schlecht über das Ergebnis dieses Berichtes. Und der Ist Zustand ist ja, dass 99% der Leute der Überzeugung sind, dass digital gleich Nonplusultra ist.

    Das Gegenteil ist der Fall.

    Immerhin geht’s ja nur ums Klangbild und nicht um die Transportfähigkeit eine VinylPlatte

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